IKB: Knappes Aufkommen bei Altschrotten und Lagerabbau bei Aluminium und Kupfer

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Aluminiumschrott (Foto: Marc Weigert)

Düsseldorf — Nach den ersten drei Quartalen 2015 lag die Weltstahlproduktion um 2,4 Prozent unter dem Vorjahresniveau. Die Produktion in der EU 28 stagnierte, diejenige Chinas verzeichnete einen Rückgang. Der Einbruch in der Ukraine hält an. Die Schrottpreise sanken aufgrund niedriger Erzpreise und schwacher Exporte weiter. Allerdings wird bei Altschrotten das Aufkommen knapp. Insgesamt dürfte noch keine Erleichterung im Schrottmarkt ankommen sein.

Wie die IKB Deutsche Industriebank in ihrer neuesten Rohstoffpreis-Information meldet, brachen die Weltstahlpreise im Oktober kräftig ein. In Europa betrugen die Preisabschläge bei baunahen Langprodukten bis zu 9 Prozent. Die Tendenz: zeigt für Flachprodukte in Europa bis Ende Dezember 2015 einen Rückgang um bis zu 3 Prozent, bei Langprodukten um bis zu 4 Prozent. Für Schrottpreise wird im November mit leichtem Rückgang gerechnet.

Die Primäraluminiumproduktion legte bis Ende September 2015 um über 10 Prozent gegenüber dem Vorjahr zu. Unverändert erfolgt eine zweistellige Expansion in Asien, Westeuropa legte um 4,5 Prozent zu, in Amerika sank die Erzeugung. Der Abbau der Lagerbestände an der LME setzt sich weiter fort. Diese liegen nun unter 3,05 Mio. Tonnen; diejenigen der Sekundärlegierung weiter bei 12.000 Tonnen. Die Vorräte an den übrigen Börsen sind gering. Die investive Nachfrage gab etwas nach, die Anzahl der Handelskontrakte weist aber im langfristigen Vergleich einen hohen Stand auf. Dies spiegelt die Erwartung steigender Primär- wie auch Sekundäraluminiumpreise wider. In der Tendenz erwartet die IKB bis Ende 2015 eine Bewegung um 1.550 US-$/t in einem Band von 200 US-$, für Sekundärlegierungen rund 100 US-$/t darüber.

Die weltweite Nachfrage nach Kupfer sank bis Ende Juli 2015 um 2 Prozent. Die russische Nachfrage halbierte sich, diejenige in China zog dagegen wieder an. Der globale Gesamtverbrauch 2015 dürfte rund 23,5 Mio. Tonnen betragen. Nach den hohen Angebotsdefiziten der Vorjahre ist der Markt im Jahr 2015 ausbalanciert. Allerdings betrug der Überschuss bis Ende Juli nur 8.000 Tonnen. Die Lagerbestände der Börsen reichen für rund eine Woche. Damit hat sich der Abbau der Kupferbestände weiter fortgesetzt. Temporär kann es zu knapper Versorgung kommen. Die investive Nachfrage gab im Oktober gegenüber dem Vormonat nach, was auf eine ruhige Preiserwartung deutet. In der Tendenz sieht die IKB bis Ende 2015 eine Bewegung des Kupferpreises um 5.500 US-$/t in einem Band von 750 US-$.

Quelle: IKB Deutsche Industriebank