AVR Gruppe baut neue Vergärungsanlage für Bioabfälle zur Energieerzeugung

1476
Biogas-Anlage (Foto: Kroll / Recyclingportal.eu)

Sinsheim — Baubeginn ist voraussichtlich Anfang 2017. Die neue Anlage entsteht auf dem Gelände des AVR Biomasseheizkraftwerks in Sinsheim, Baden-Württemberg. Beteiligt an dem Projekt ist das Mannheimer Unternehmen MVV Energie. Die regionale Partnerschaft will innovative Zukunftslösungen bei der Bioerdgasaufbereitung und -vermarktung umsetzen und hierüber ökonomische wie ökologische Vorteile erzielen. Seit 2012 ermöglicht die AVR Gruppe den Bürgern im Rhein-Neckar-Kreis, Bioabfälle gebührenfrei zu entsorgen.

„Damit erfüllen wir schon die per 1. Januar diesen Jahres in Kraft getretenen gesetzlichen Vorgaben von Bund und Land“, erklärt Peter Mülbaier. Der Geschäftsführer der AVR UmweltService GmbH wertet die Steigerungsraten der gesammelten Mengen an Bioabfällen (von rund 7.000 Tonnen in 2011 auf 47.000 Tonnen in 2015, Prognose angeblich weiter steigend auf bis zu 60.000 Tonnen in den nächsten Jahren) als klares Indiz dafür, dass die verantwortlichen Akteure hier frühzeitig die Zeichen der Zeit erkannt haben. Ein Kreistagsbeschluss vom 20. Oktober 2015 sieht die Gründung von zwei neuen Firmen vor, die Kompetenzen und Know-how bündeln und im Ergebnis neue Wertschöpfungsketten erschließen sollen: Die gesammelten Stoffströme werden künftig in einer hochmodernen Biovergärungsanlage, die auf dem Gelände des AVR Biomasseheizkraftwerks in Sinsheim entstehen soll vergärt, getrocknet und anschließend von der AVR BioTerra GmbH & Co. KG als hochwertiger Dünger für die Landwirtschaft vermarktet. Im zweiten Schritt wird das durch den Vergärungsprozess erzeugte Rohgas von der AVR BioGas GmbH zu Bioerdgas aufbereitet und anschließend in das öffentliche Erdgasnetz eingespeist.

Vernetzte Konzeption

Während die AVR BioTerra GmbH & Co. KG eine 100-prozentige Tochter des Rhein-Neckar-Kreises ist, wird die AVR BioGas GmbH ein Gemeinschaftsunternehmen der AVR Energie GmbH, die 51 Prozent halten wird, und der Mannheimer MVV Energie AG, die zu 49 Prozent beteiligt sein soll und bereits vier eigene Biogasanlagen betreibt.

MVV Energie Vorstand Dr. Hansjörg Roll bezeichnet die Zusammenarbeit zwischen der AVR und seinem Unternehmen als ideale Kombination für die Umsetzung des Vorhabens. Die „vernetzte Konzeption“ erfülle dabei viele Kriterien, von der Nachhaltigkeit und Wirtschaftlichkeit über Synergieeffekte bis hin zur Nutzung von Förderrichtlinien. So werde ein Teil der Abwärme des AVR-Biomasseheizkraftwerks für die Trocknung des Reststoffes verwendet. Neue Produkte wie hochwertiger Dünger, die Einspeisung des aufbereiteten Bioerdgases in das Gasnetz und dessen Nutzung für Blockheizkraftwerke ließen mittel- und langfristig eine stabile Rentabilität der auf 25 bis 28 Millionen Euro veranschlagten Investition erwarten. Die Standortwahl beziehe vorhandene Infrastrukturen mit ein, verkehrstechnische wie sonstige Belästigungen der Bürger seien weitest ausgeschlossen worden.

www.avr-umweltservice.de
www.mvv-energie.de

Quelle: AVR UmweltService GmbH