ASA und Hersteller bilden Verband für MBA- und Vergärungstechnologie

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ASA -Arbeitsgemeinschaft Stoffspezifische Abfallbehandlung e. V.

Ennigerloh — Eine gemeinsame Interessenvertretung für die Betreiber von mechanisch-und/oder biologisch arbeitenden Abfallbehandlungsanlagen und die Hersteller von Anlagen zur Bioabfallvergärung – das ist das Ergebnis eines Branchentreffens, das Ende Februar in Kassel stattgefunden hat. Zusammengefunden haben sich dabei die ASA -Arbeitsgemeinschaft Stoffspezifische Abfallbehandlung e. V. und die führenden Hersteller von Anlagen zur Vergärung von Bioabfällen aus Belgien, Deutschland, Österreich und der Schweiz.

Bei den Kooperationsgesprächen wurde diskutiert und vereinbart, wie unter dem Dach der ASA zukünftig die Anliegen der Betreiber und die der Hersteller von Bioabfall-Vergärungsanlagen parallel kommuniziert werden. Organisatorisch werden sowohl die Anlagenbetreiber als auch die Hersteller in voneinander getrennten, eigenständig Fachbereichen (FB) agieren: Die Betreiber im „FB biogene Abfälle“, die Hersteller im „FB Vergärungssysteme“.

Damit soll sichergestellt werden, dass die durchaus vorhandenen, unterschiedlichen Interessenlagen im Sinne der Weiterentwicklung des „Systems Vergärung“ auf dem jeweils vorhandenen hohen fachspezifischen Niveau erhalten bleiben, sich aber auch ergänzen. Die
Außenkommunikation der überwiegend deckungsgleichen Interessen erfolgt zukünftig unter
Koordination der ASA.

Neue Perspektiven der der Bioabfallverwertung

Hintergrund der Zusammenkunft ist die vom Gesetzgeber per Kreislaufwirtschaftsgesetz (KrWG) gewollte Ausweitung der Bioabfallverwertung. Bekanntlich sollen ab 2015 in Deutschland Bioabfälle flächendeckend getrennt eingesammelt werden. Dies eröffnet den Betreibern von mechanisch-und/oder biologisch arbeitenden Abfallbehandlungsanlagen sowie insbesondere von Vergärungsanlagen für Bioabfälle neue Perspektiven.

So geht die Bioabfall-Vergärungsbranche davon aus, dass sich die der Vergärung zugeführte Abfallmenge bis 2020 verdoppeln, bis 2025 verdreifachen wird. ASA-Vorsitzender Thomas Grundmann unterstreicht: „Die Wertschöpfungskette bei der Behandlung von Bioabfällen über die Kaskadennutzung zu verlängern, um den Energiegehalt des Abfalls besser zu nutzen, ist ressourcenschonend und klimafreundlich. Die Vergärungsanlagen sind darüber hinaus eine weitgehend witterungsunabhängige Ergänzung zur alternativen Energiegewinnung durch Sonne und Wind.“

Drei zentrale Forderungen

Bereits vorab hatte sich die Mehrheit der Hersteller von Vergärungsanlagen grundsätzlich für eine Integration in die ASA ausgesprochen. Daher stand in Kassel die Festlegung der gemeinsamen Ziele im Vordergrund. Im Ergebnis wurden drei zentrale Forderungen erhoben:

1. Konsequente Umsetzung der getrennten Erfassung von Bioabfällen nach Maßgabe des § 11 KrWG;
2. Zielgerichtete Erfassung von privaten Speiseabfällen mittels Biotonne und Neubewertung der Eigenkompostierung (keine „Scheinverwertung“);
3. Investitionssicherheit für den Beitrag von Bioabfall-Vergärungsanlagen zur Umwelt- und Klimaentlastung durch EEG und andere Förderungsinstrumente.

ASA-Vorsitzender Thomas Grundmann ist zufrieden mit dem Kasseler Treffen: „Im Vordergrund stand der Wunsch, unseren gemeinsamen Beitrag zum Klima- und Ressourcenschutz künftig noch deutlicher hervorzuheben. Die Branche der mechanisch und biologisch arbeitenden Behandler wird künftig mit einer Stimme sprechen.“

Für einen Beitritt in die ASA ausgesprochen haben sich folgende Hersteller:

  • Axpo Kompogas Engineering AG, Glattbrugg (CH)
  • BEKON Energy Technologies GmbH & Co. KG, Unterföhring (DE)
  • Biogas Energy Systems GmbH/Organic Waste Systems, Gent (BE)
  • Eggersmann Anlagenbau Kompoferm GmbH, Bad Oeynhausen (DE)
  • Eisenmann Anlagenbau GmbH & Co. KG, Böblingen (DE)
  • GICON Großmann Ingenieur Consult GmbH, Dresden (DE)
  • Herhof GmbH, Solms (DE)
  • STRABAG Umweltanlagen GmbH, Dresden (DE)
  • Thöni Industriebetriebe GmbH, Telfs (AT)
  • WTT Germany GmbH & Co. KG, Oelde (DE)

Quelle: ASA – Arbeitsgemeinschaft Stoffspezifische Abfallbehandlung e. V.