EQAR fordert Normung von Umwelt-Standards für Recycling-Baustoffe

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Recyclingbaustoffe (Foto: O. Kürth)

Berlin – Seit einiger Zeit bestehen europäisch harmonisierte Normen für Gesteinskörnungen. Diese technischen Normen gelten ebenso wie die Vorschriften der EU-Bauproduktenverordnung sowohl für Primärbaustoffe als auch für Recycling-Baustoffe. Bislang enthalten die europäischen Normen jedoch nur technische Parameter und Leitungsklassen zur Beschreibung der bautechnischen Eigenschaften von Recycling-Baustoffen. Da voraussichtlich im Frühjahr 2016 im CEN-TC 351 eine Europäische Norm zur Prüfung der Freisetzung von Schadstoffen durch Perkolationsprüfung für Gesteinskörnungen verabschiedet werden wird, eröffnet sich damit auch der Weg für eine europäisch harmonisierte Normung der Umwelteigenschaften für Gesteinskörnungen.

Aus Sicht der European Quality Association for Recycling e.V. (EQAR) sollten Leistungsklassen zur Beschreibung der Umweltverträglichkeit von Gesteinskörnungen in den entsprechend europäisch harmonisierten Normen anhand der einheitlich europäischen Prüfverfahren geschaffen werden. Die Leistungsklassen könnten den unterschiedlichen geologischen Bedingungen sowie differierenden Grundwasserschutzkonzepten in den einzelnen EU-Mitgliedstaaten Rechnung tragen, betont Martin Car, Vorsitzender des Technischen Ausschusses der EQAR.

Da einheitliche Kriterien für das Abfallende von Recycling-Baustoffen auf europäischer Ebene in absehbarer Zeit wohl nicht erreichbar sein werden, könnten die einzelnen Mitgliedsstaaten den Produktstatus für Recycling-Baustoffe in Abhängigkeit von den Anforderungen nach den verschiedenen Leistungsklassen der Umweltverträglichkeit definieren, schlägt EQAR-Präsident Manfred Wierichs vor.

In ersten Gesprächen der EQAR mit Vertretern der EU-Kommission hat sie ihre Sympathie für eine Definition von Umwelt-Leistungsklassen in den europäischen Bauproduktnormen für Gesteinskörnungen bekundet. Dieses System werde für eine Transparenz der perkolierbaren Schadstoffe in Recycling-Baustoffen und damit für deren Verwendbarkeit in Europa sorgen.

Ein transparentes Europäisches System der Umweltklassifizierung würde es erlauben, definierte Recycling-Baustoffe den jeweiligen mitgliedsstaatlichen Anforderungen auf Grund der danach maßgeblichen Leistungsklassen zur Verfügung zu stellen. Dadurch könnte der EU-Binnenhandel von einheitlich beschriebenen Recycling-Baustoffen erleichtert und ein erheblicher Beitrag zur Steigerung der Kreislaufwirtschaft Bau geleistet werden, betont Manfred Wierichs.

Letztlich erwächst seiner Meinung nach daraus auch die Chance, nach einigen Jahren des praktischen Binnenhandels mit Recycling-Baustoffen die daraus gewonnenen Erfahrungen für einen Link zum Abfallende zu nutzen. Denn für bautechnisch geeignete und umweltverträgliche Recycling-Baustoffe sollte auch keine abfallrechtliche Diskriminierung mehr gelten – sie sollten unter diesen Voraussetzungen vereinfacht das Abfallende erreicht haben.

Quelle: lifePR / EQAR