Arbeiterkammer Wien kritisiert Dauerförderung von Biomasseanlagen

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Quelle: Arbeiterkammer Wien

Wien, Österreich — „Die derzeitige Ökostromförderung verhindert Effizienz und Innovation. Das zeigt sich an den aktuellen Forderungen der Biomasse-Stromerzeuger“, Werner Muhm, Direktor der Arbeiterkammer Wien, kritisiert. „Nicht jeder Rohstoff ist für die Stromgewinnung auch wirklich sinnvoll eingesetzt. Es ist unverständlich, warum die KonsumentInnen trotzdem für alle zahlen müssen.“

Die Rohstoffe Holz oder Mais werden aufgrund der zusätzlichen Nachfrage – getrieben vor allem auch durch die Verstromung von Biomasse – immer teurer. Die Biomasse-Stromerzeuger wollen deswegen noch höhere Förderungen für die Erzeugung von Strom haben. Dabei wäre z. B. Holz zur Wärmerzeugung viel effizienter eingesetzt als zur Stromerzeugung. Eine Verstromung von Nahrungs- und Futtermitteln wie Mais lehnt die Arbeiterkammer grundsätzlich ab.

Nach Ansicht der Kammer erhalten die Biomasse- und Biogas-Erzeuger fast 50 Prozent der Ökostromvergütungen von beinahe 750 Millionen Euro für die Erzeugung von Ökostrom. Während der verkaufte Strom am Markt zurzeit rund 34 Euro pro Megawattstunde wert ist, erhalten die Biogas-Erzeuger im Durchschnitt fast 180 Euro pro Megawattstunde, Biomasse-Erzeuger knapp 140 Euro (Quelle: Ökostrombericht 2014)

Laut Arbeiterkammer Wien seien 13 respektive 15 Jahre lang fixe Abnahmepreise für den erzeugten Strom genug. Die Haushalte würden derzeit schon über 100 Euro pro Jahr alleine für die Ökostromförderung zahlen. „Mehr geht nicht!“

Die AK spricht sich daher nachdrücklich gegen die Dauer-Subventionierung unwirtschaftlicher Biomasse und Biogasanlagen aus. Es brauche endlich Mut für eine Reform der Ökostromförderung statt einen Flickenteppich. Die AK fordert den Wirtschaftsminister auf, der für die Verordnungen über die Höhe der Einspeisetarife verantwortlich ist, dem Druck einzelner Interessensgruppen – allen voran der Landwirte -nicht wieder nachzugeben.

Quelle: Arbeiterkammer Wien