Alt-Kunststoff als Ressource: QCP baut Pionier-Werk in Europa

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Quelle: QCP

Bonn – Ende 2015 soll ein gemeinsames innovatives Projekt des QCP-Konsortiums die Produktion von Kunststoffen aufnehmen, die ausschließlich aus Kunststoff-Abfällen bestehen und direkt als Ausgangsstoffe für die Herstellung neuer Kunststoff-Produkte dienen sollen. Innovativ sind dabei die dauerhaft hohe Qualität und die Quantität: Denn die aufbereiteten Alt-Kunststoffe ersetzen neue, erdölbasierte Kunststoffe als Ausgangsprodukt komplett. Der Bedarf der Industrie an diesem nachhaltigen Kunststoff ist hoch und die Technik dafür reif. 

Die erste QCP-Anlage ihrer Art entsteht gerade in Sittard-Geleen in der niederländischen Region Limburg. Hier spielt SITA mit ihrem Prozess-Know-how in der Aufbereitung von Kunststoff-Reststoffen und ihren Kenntnissen rund um die Bereitstellung der sortierten Ausgangsstoffe eine wichtige Rolle. Die benötigten Kunststoffreststoffe stammen vor allem aus den Haushalten der Gemeinden, gesammelt in Deutschland und den Niederlanden und sortiert in den Anlagen von SITA in Rotterdam und Ochtendung.

Die Zukunft : QCP für „Quality Circular Polymers“

Mit der Aufnahme der Produktion in 2015 werden im Start-up-Werk in Sittard-Geleen jährlich 35.000 Tonnen Rohmaterial produziert. In den folgenden Jahren soll die Anlage auf eine Gesamtkapazität von 100.000 Tonnen ausgebaut werden. Die Nachfrage für dieses Material ist hoch genug: der Markt in Europa für „nachhaltige Kunststoffe“ verlangt nach ca. 50 Mio. Tonnen im Jahr.

Verpackungs-Industrie, Bauwirtschaft, Elektronik-Unternehmen und die Automobilindustrie – sie alle entwickeln enormes Interesse. Und der Standort des „Kunststoff-Werks der Zukunft“ könnte als zentrale Basis für den europäischen Markt mitten im Dreieck Niederlande, Belgien und Deutschland kaum besser gewählt sein. QCP wird als Unternehmen in einem wichtigen Wachstumsmarkt für nachhaltige Kunststoff-Produkte eine herausragende Rolle spielen. Bereits in der ersten Phase sollen 40 neue Jobs entstehen – nach vollendeter Fertigstellung ungefähr 100. Sowie weitere 200 bis 300 Arbeitsstellen, die sich indirekt anschließen.

SITA – wichtige Rolle als Shareholder

SITA spielt eine strategische Rolle im QCP-Konsortium, das aus vielen Partnern besteht: Dabei sind die Gründer Huub Meessen, Marc Houteermans und Raf Bemelmans aus der petrochemischen Industrie. Die weiteren Partner sind Chemelot Ventures, die NV Industriebank LIOF sowie – als Ko-Finanzierer – die Rabobank, der Limburg Energy Fund, die Stadt Sittard-Geleen und die niederländische Provinz Limburg. Als größter Shareholder des Werkes liefert SITA die Rohstoffe für die Produktion im Werk. Wenn diese dann als Rohmaterial für neue Kunststoffprodukte dienen und als ebensolche Produkte in der Industrie wieder ankommen, schließt sich der Kreis: Die Idee der Kreislaufwirtschaft für nachhaltigen Kunststoff ist vollendet.

Quelle: bvse-Bundesverband Sekundärrohstoffe und Entsorgung e.V.