FH Campus Wien: 2016 startet Studium Nachhaltiges Ressourcenmanagement

1264
Quelle: © FH Campus Wien

Wien — Im Herbst 2016 soll das interdisziplinäre Studium Nachhaltiges Ressourcenmanagement starten, das gemeinsam mit Unternehmen und Behörden entwickelt wurde. Das Bachelorstudium ist – vorbehaltlich der Genehmigung durch die entsprechenden Gremien – ein innovatives und interdisziplinäres Angebot der FH Campus Wien am Standort Vienna Biocenter.

Angesichts von Ressourcenverknappung, Abfallentsorgung bzw. -vermeidung und einer strenger werdenden Umweltgesetzgebung ist das primäre Ausbildungsziel des berufsbegleitenden und praxisnahen Studiums, organisationsübergreifende Wertschöpfungsketten in Unternehmen – von der Produktentwicklung bis zum Recycling – nachhaltig zu optimieren. Branchenspezifika der Verpackung- und LebensmittelherstellerInnen, der chemischen Industrie sowie von Handelsunternehmen werden schwerpunktmäßig thematisiert. Zusätzlich orientiert sich das Studium am Bedarf von öffentlichen Einrichtungen wie Gemeinden.

Produkte und Prozesse nachhaltig gestalten

Das praxisnahe Studium bildet dafür aus, Produkte und Prozesse nachhaltig zu gestalten und so aufeinander abzustimmen, dass Ressourcen in der gesamten Wertschöpfungskette schonend verwendet und Abfälle möglichst vermieden oder als Wertstoffe produktiv eingesetzt werden. Das Curriculum wurde von der FH Campus Wien gemeinsam mit Unternehmen der Abfallwirtschaft sowie produzierenden Unternehmen und Behörden entwickelt, um deren wachsenden Bedarf zu decken. „Klimawandel, Ressourcenverknappung, Müllentsorgung bzw. -vermeidung und eine damit verbundene strenger werdende Umweltgesetzgebung: Vor diesem Hintergrund hat die Praxis ein starkes Interesse an den zukünftigen GeneralistInnen als Fach- und Führungskräfte. Anders als in Großunternehmen benötigen gerade KMUs, die keine eigenen Abteilungen für Abfallrecht, Ressourcenoptimierung und Produktentwicklung haben, MitarbeiterInnen, die diese Expertise in einer Person bündeln,“ erklärt Studiengangsleiter Manfred Tacker.

Methodeninstrumentarium des Ressourcenmanagements

„Methoden der Ressourcenentwicklung“, „Recht und Qualitätsmanagement“, „Management“ und „Branchenspezifische Ressourcenentwicklung“ sind die curricularen Themenschwerpunkte des Studiums, das im FH-Department Applied Life Sciences angesiedelt ist. Erneuerbare Ressourcen spielen dabei eine ebenso wichtige Rolle wie der Blick auf das Gesamtsystem. Im Zentrum stehen ökologische, ökonomische und soziale Dimensionen von Nachhaltigkeit. Studierende lernen den gesamten Lebenszyklus eines Produktes miteinzubeziehen, von der Entwicklung über die Produktion bis zu Vertrieb und Entsorgung. Dafür erhalten sie neben technisch-naturwissenschaftlichen Grundlagen das Methodeninstrumentarium des Ressourcenmanagements und eine fundierte wirtschaftliche Ausbildung. Auf dieser Basis können sie Wirtschaftlichkeits-Analysen durchführen und Abläufe optimieren. Ein hoher Stellenwert kommt dem Umweltrecht zu, da die rechtlichen Rahmenbedingungen häufig Treiber für Produktumstellungen in Unternehmen sind.

Bisher auf dem Markt fehlendes Ausbildungsprofil

Nachhaltiges Ressourcenmanagement ist die Kernaufgabe von Abfallwirtschaftsunternehmen. Mit dem bisher auf dem Markt fehlenden Ausbildungsprofil sind AbsolventInnen als Nachwuchsführungskräfte für Ressourcenmanagement und Abfallentsorgung sowie als FachexpertInnen für Entsorgungskonzepte, Stoffstrommanagement und Ressourcenoptimierung optimal einsetzbar. In der produzierenden Wirtschaft sind sie mit ihrem fächerübergreifenden Know-how für Herausforderungen in der Produktentwicklung, im Produktmanagement, in der Produktion sowie für eine Stabsstelle für Ressourcenoptimierung und Abfallentsorgung qualifiziert. Mit dieser Expertise können sie Projektverantwortung für die Ressourceneffizienz und Nachhaltigkeit bei Produktneuentwicklungen übernehmen und das betriebliche Umweltmanagementsystem überwachen.

In das mögliche berufliche Portfolio fallen die Funktion des Abfallbeauftragten ebenso wie die Implementierung und Überwachung des betrieblichen Abfallmanagementsystems. Wichtige Tätigkeitsfelder finden sich als FachexpertInnen im Ein- und Verkauf sowie in der Logistik. Zu den typischen Aufgabenbereichen in Dienstleistungsunternehmen wie technischen Büros oder forschungsnahen Unternehmen zählen kundenspezifische Projekte zur Ressourcenoptimierung, Life-Cycle-Analysen, Nachhaltigkeitsberichte, Umweltmanagementsysteme und Abfallwirtschaftskonzepte. Diese Dienstleistungen können auch als selbständige Consulter angeboten werden.

Weitere Informationen sind unter fh-campuswien.ac.at erhältlich.

Quelle: OTS / FH Campus Wien