Verpackungsabfälle: Bundesregierung will Materialverbrauch verringern

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Verpackungsabfälle (Foto: Harald Heinritz / abfallbild.de)

Berlin – In den vergangenen zehn Jahren sind in Deutschland jeweils zwischen 15,465 auf 17,126 Millionen Tonnen Verpackungsabfälle angefallen. Die Veränderung zum Vorjahr lag jeweils zwischen einer Abnahme um 6,2 Prozent und einer Zunahme um 6,3 Prozent. Nach den jetzt von der Bundesregierung veröffentlichten Zahlen sank in diesem Zeitraum die Menge an verwendetem Glas von 3.130 auf 2.758 Kilotonnen, an Stahl von 875 auf 792 Kilotonnen und an Holz von 2.508 auf 2.743 Kilotonnen, während der Einsatz von Papier und Karton von 6.788 auf 7.839 Kilotonnen und von Aluminium von 92,5 auf 97,7 Kilotonnen stieg. Insgesamt nahm die Menge der entstandenen Verpackungsabfälle von Kilotonnen zu.

In Deutschland fielen in den vergangenen zehn Jahren pro Einwohner zwischen 183,8 kg und 212,5 kg Verpackungsabfälle pro Jahr an. Der Anstieg ab 2011 ist teilweise auf die niedrigere Bevölkerungszahl nach dem Zensus 2011 zurückzuführen.

Aus den Daten zum Gesamtaufkommen an Verpackungsabfällen und dem Aufkommen bei privaten Endverbrauchern (private Haushalte und gleichgestellte Anfallstellen) lassen sich die Anteile der Verpackungsabfälle bei privaten Endverbrauchern und nicht privaten Endverbrauchern (Rest) berechnen. Der Anteil des Verpackungsaufkommens bei privaten Endverbrauchern liegt zwischen 44,7 und 48,7 Prozent in den jeweiligen Jahren. Der Verpackungsverbrauch bei nicht privaten Endverbrauchern erreicht Anteile von 51,3 bis 55,3 Prozent des Gesamtaufkommens.

Zum Vergleich: In den Mitgliedstaaten der EU 15 fielen in den Jahren von 2003 bis 2012 jedes Jahr zwischen 68,3 und 73,2 Millionen Tonnen Verpackungsabfälle an. Für die Mitgliedstaaten der EU 27 sind bisher nur Zahlen von 2005 bis 2012 verfügbar. In dieser Zeit fielen jedes Jahr zwischen 76,6 und 81,5 Millionen Tonnen Verpackungsabfälle an. Für die Mitgliedstaaten der EU 28 ist bisher nur der Jahreswert für 2012 verfügbar. Im Jahr 2012 fielen 79,1 Millionen Tonnen Verpackungsabfälle an.

Keine wirkliche Vergleichbarkeit

Nach Einschätzung der Bundesregierung hat Deutschland EU-weit eines der aufwändigsten und genauesten Datenerfassungssysteme und weist entsprechend im europäischen Vergleich auch eines der höchsten Verpackungsaufkommen aus. Allerdings ist eine wirkliche Vergleichbarkeit mit den anderen Staaten dabei nicht garantiert. Auf EU-Ebene laufen daher derzeit Gespräche über einen Abgleich der in den einzelnen Mitgliedstaaten unterschiedlichen statistischen Erhebungsgrundlagen für das Verpackungsaufkommen, um zu belastbareren und vergleichbareren statistischen Aussagen zu kommen, die auch dem deutschen Anspruch einer möglichst umfassenden Datenerfassung gerecht werden.

Verringerung des Rohstoff- und Materialverbrauchs

Gleichwohl erklärt die Bundesregierung die Verringerung des Rohstoff- und Materialverbrauchs zu zentralen Anliegen. Dies entspreche unter anderem den Zielsetzungen der Nationalen Nachhaltigkeitsstrategie, der Rohstoffstrategie der Bundesregierung sowie dem Deutschen Ressourceneffizienzprogramms „ProgRess“. Mit Blick auf Verpackungen verfolge die Bundesregierung mit der Verpackungsverordnung das Ziel, das Verpackungsaufkommen weiter zu vermindern und einen möglichst hohen Anteil der Verpackungsabfälle einem hochwertigen Recycling zuzuführen. In der Vergangenheit sei es gelungen, das Verpackungsaufkommen insbesondere im Bereich der privaten Haushalte von der allgemeinen wirtschaftlichen Entwicklung zu entkoppeln und Recycling- bzw. Verwertungsraten zu erreichen, die im weltweiten und im europäischen Vergleich vorbildlich seien. Mit dem geplanten Wertstoffgesetz sollten die Quoten nochmals erhöht werden.

Die vollständige Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen kann unter bundestag.de nachgelesen werden.

Quelle: Deutscher Bundestag