WEEE: Wie sind 65 Prozent zu erreichen?

2740
Foto: Dr. Jürgen Kroll

Lautete die Kernfrage auf dem 13th International Electronics Recycling Congress (IERC). Der Branchentreff, der vom 22. bis 24. Januar 2014 wieder in Salzburg stattfand, untersuchte die Umsetzbarkeit der neuen EU-Vorgaben zu Sammlung und Verwertung von WEEE in den Industrien. Ein Diskussionspunkt dabei: die erweiterte Produzenten-Verantwortlichkeit.

„Der immer noch schnellwachsende Strom an Elektro- und Elektronikschrott, der vordem für ein deutlich negatives Image und für hohe Behandlungs- und Deponierungskosten sorgte, hat sich in den letzten Jahren zu einem enormen globalen Fluss an wiederverwendbaren Ressourcen mit steigendem Ansehen gewandelt.“ Mit diesen Worten leitete Viktor Haefeli, Vorsitzender des Hauptausschusses des IERC, das Tagungsprogramm des Kongresses ein. Die Schweizer ICM AG als Veranstalter konnte dazu wieder über 500 Teilnehmer aus aller Welt begrüßen.

Als erster Keynote Speaker warf Bjarne Schleidrop von SEB (Norwegen) einen Blick in die nähere Zukunft der Branche. Seiner Ansicht nach sei die Krise der letzten Jahre überwunden, ablesbar unter anderem daran, dass sich Europa nach wirtschaftlicher Kontraktion wieder in Richtung Expansion bewegt. Die Entwicklung der Staatsanleihen in Spanien und Italien zeige, dass sich die Situation auch in Südeuropa zu stabilisieren begonnen hat. Die momentane globale Entwicklung charakterisierte Schleidrop als Phase wiederbeginnenden Wachstums, das aber mögliche Risiken durch ein Schwächeln der USA, Verschuldungsturbulenzen in China oder Deflation in Europa berge.

Die globale Nachfrage nach Kupfer ist seit 2004 um drei Prozent oder eine halbe Million Tonnen pro Jahr gestiegen. Diese drei Prozent hochgerechnet, würde das für 2014 einen Nachfrage-Anstieg von zusätzlich 600 Kilotonnen bedeuten. China hingegen erlebte seit 2004 ein jährliches Nachfrage-Wachstum von 13 Prozent. Zwar hat sich die Nachfrage-Steigerung in der Volksrepublik zurzeit auf sechs Prozent gesenkt, aber angesichts der hohen Einstiegsmarge beläuft sich die Nachfrage auf 600 Kilotonnen pro Jahr. Der Kupfermarkt erlebte nach Ansicht von Schleidrop eine Phase hoher Investitionen, die sich im Übergang zu einer Kosteninflation befindet, da das Angebot die Nachfrage übersteigt. Liegt die Kostendeckungsschwelle im Moment bei etwa 5.500 US-Dollar pro Tonne, rechnet Schleidrop für das Jahr 2020 mit einem Break-Even-Preis von 7.200 US-Dollar pro Tonne.
Marktpreis von 7.500 Dollar pro Tonne

Für 2014 veranschlagt er bereits einen Marktpreis von 7.500 US-Dollar pro Tonne – ein Preis, der sich in Zukunft weiter erhöhen könnte. Gesetzt den Fall, China würde weiterhin 600 Kilotonnen jährlich nachfragen und der Rest der Welt sich graduell auf das Nachfrage-Niveau vor der Finanzkrise zurückbewegen – etwa zwei Prozent beziehungsweise 200 Kilotonnen jährlich. Dann würde nach Ansicht von Schleidrop das Kupferangebot aus neuen Minen beziehungsweise das aus Abbau und Betriebsausfällen resultierende Nettoangebot kaum mehr überschüssige Kapazitäten ermöglichen und nach 2018 weit unter dem Bedarf liegen. Für Gold prognostizierte Schleidrop für Ende 2014 einen Marktpreis von 1.100 US-Dollar pro Unze, während längerfristige Schätzungen von einem Band zwischen 1.100 und 1.300 US-Dollar pro Unze ausgehen. Das sinkende Angebot von Palladium – die Hauptanbieter sind Russland und Südafrika – fiel Ende 2012 mit einer steigenden Nachfrage auf dem Weltmarkt zusammen …

Quelle: EU-Recycling / IERC

 

EUR_032014_r

 

 

     Lesen Sie mehr in der EU-Recycling Ausgabe 03/2014, Seite 6-9.