Lettland: Was nicht mehr deponiert wird, geht in den Export

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Riga (Foto: Dieter Schütz / pixelio.de)

In Lettland ist das Thema Kreislaufwirtschaft offensichtlich noch nicht angekommen. Das EU-Mitglied entledigt sich seiner Abfälle im Ausland. Recycling findet so gut wie nicht statt. Erst im Juli 2013 wurde eine Verordnung ausschließlich für die Hauptstadt Riga verabschiedet, die eine Abfalltrennung vorsieht.

Es ist noch nicht lange her, da titelten wir einen Beitrag zur Abfallwirtschaft in Estland: „Genaueres erfährt man nicht“. Ähnlich verhält es sich beim baltischen Nachbarn, in Lettland. Wie ist hier der Stand der Entwicklung, welche Herausforderungen gilt es zu meistern, wo besteht akut Handlungs- und Investitionsbedarf? Daten und Informationen darüber fließen nur spärlich, sind obendrein wenig belastbar und verlässlich. So liegen allein zum Abfallaufkommen in dem 64.589 Quadratkilometer großen EU-Land mit etwas mehr als zwei Millionen Einwohnern lediglich grobe Schätzungen vor: 1,3 Millionen Tonnen jährlich sind es demnach – nicht-gefährliche Siedlungs-, Industrie- und Gewerbeabfälle zusammengenommen. Detaillierte Statistiken fehlen und werden offensichtlich auch nicht erstellt, geschweige denn veröffentlicht. Der Anteil an biologisch abbaubaren Abfällen soll dabei höher als 50 Prozent sein. Das lettische Ministerium für Umweltschutz und regionale Entwicklung gibt zudem an, dass landesweit jedes Jahr rund 50.000 Tonnen an gefährlichen Abfällen – welcher Art auch immer – anfallen.

Weiter heißt es, dass in Übereinstimmung mit den Bestimmungen der EU-Gesetzgebung und den staatlichen und regionalen Abfallentsorgungsvorschriften zwischen 1998 und 2012 die meisten der einst 558 Abfalldeponien in Lettland geschlossen und beseitigt worden seien. Immerhin 70 waren es nach Recherchen aber noch Anfang letzten Jahres und auf mindestens zwölf davon wurden weiterhin kommunale Abfälle abgelagert. Unklar ist, wie viele gegenwärtig noch in Betrieb sind. Dass bis Ende 2013, wie vorgenommen, alle verbliebenen Altdeponien aufgelöst und grundsaniert worden sind, darf bezweifelt werden. Für gefährliche Abfälle wurde erst wieder eine neue Deponie eingerichtet. In den regionalen Abfallwirtschaftsplänen spielt das Thema Deponierung nach wie vor eine wichtige Rolle …

Quelle: EU-Recycling

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    Lesen Sie mehr in der EU-Recycling Ausgabe 03/2014, Seite 32-33.