DERA-Studie: Bis 2018 Angebotsdefizit für Platingruppen-Metalle

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Edelmetalle (Foto: Kroll / Recyclingportal.eu)

Berlin – Die zukünftigen Platin- und Palladiummärkte könnten sich bis 2018 dahingehend entwickeln, das sich für diese beiden Metalle bis 2018 unterschiedlich stark ausgeprägte Angebotsdefizite ergeben. Diese würden zu erhöhten Preis- und Lieferrisiken auf dem Platin- und Palladiummarkt führen. Bislang habe sich dies in keinen massiven Preissteigerungen widergespiegelt, da diese Angebotsdefizite noch über Lagerbestände kompensiert wurden.

Diese Lagerbestände seien jedoch endlich und deren Verknappung daher absehbar, weist die neueste Rohstoffinformation der Deutschen Rohstoffagentur zur Rohstoffrisikobewertung von Platingruppenmetallen aus. Insbesondere, da die beiden wichtigsten Bergbauländer für Platingruppenmetalle – die Republik Südafrika und die Russische Föderation – aktuell erhebliche wirtschaftliche Probleme haben, die sich wiederum auf die dort angesiedelte Platin-, Palladium- und Rhodium-Industrie auswirken können. Dies gilt gleichermaßen für die Weiterverarbeitung der Erze zu Metall. Auch ist der Studie zufolge eine grundlegend getrennte Entwicklung der Bergwerksförderung von Platin, Palladium und Rhodium nicht möglich, da die Platingruppen-Metalle überwiegend zusammen gefördert werden.

Nach aktuellem Stand seien keine bedeutenden Bergbauprojekte absehbar, die bis 2018 größere Mengen Platingruppenmetalle bereitstellen könnten. Da aus Kostengründen geplante Projekte sich verzögern oder zurückgestellt werden, sinken auch die Ausgaben zur Erschließung neuer Vorkommen, sodass – die Vorlaufzeit für neue Projekte eingerechnet – auf den PGM-Märkten weiterhin Angebotsdefizite auftreten werden.

Angesichts dieser Lage in der Primärproduktion gewinnt die Sekundärproduktion weltweit zunehmend an Bedeutung. Vor allem in den letzten Jahren hat dieser Sektor wesentlich zum Angebot beigetragen, das aber aufgrund der ursprünglich eingesetzten Mengen zunächst begrenzt bleibt. Daher rät die Studie, „vorhandene Recyclingpotenziale vorrangig im Bereich der Autoabgaskatalysatoren auszubauen, um Platingruppenmetalle noch effektiver zurückzugewinnen“.

DERA empfiehlt deutschen Unternehmen den Markt neben intensiver Beobachtung, Ausweichstrategien wie langfristige Lieferverträge, Projektbeteiligungen oder Hedging zu entwickeln, um vor eventuellen Lieferengpässe und Preissteigerungen gefeit zu sein.

Die neue DERA Rohstoffinformation zu Platingruppen-Metallen kann unter deutsche-rohstoffagentur.de heruntergeladen werden.

Quelle: Deutsche Rohstoffagentur (DERA) in der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR)