Institut Bauen und Umwelt: Ressourcen-Effizienz treibt die Bauwirtschaft an

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Deutscher Nachhaltigkeitspreis (Foto: ©Frank Fendler)

Berlin – Ressourceneffizienz ist ein Kernthema für die nachhaltige Entwicklung. Die Baubranche ist ein entscheidender Akteur zur Entwicklung innovativer Produkte und Konzepte für den sparsamen Umgang mit Rohstoffen und Energie und deren Umsetzung in der Praxis. Dieser Aufgabe stellt sich das Institut Bauen und Umwelt e.V. (IBU) seit drei Jahrzehnten. Als Partner für den Sonderpreis „Ressourceneffizienz“ im Rahmen des Deutschen Nachhaltigkeitspreises 2015 fördert das IBU nun auch das Bewusstsein für Ressourceneffizienz.

Der Sonderpreis „Ressourceneffizienz“ würdigt vorbildliches Engagement in der Kreislaufwirtschaft, bei Recycling, Rohstoff- und Ressourcenmanagement. Er will Strategien und Lösungen herausstellen, die Modell-Charakter in einem entscheidenden Feld nachhaltiger Entwicklung haben. „Dieser Sonderpreis ‚Ressourceneffizienz‘ ist eine wunderbare Chance, die Ideen und Anstrengungen von Unternehmen aller Branchen zu honorieren – sowohl für verantwortungsvolles Wirtschaften mit Rohstoffen in der Produktion als auch in den Organisationsprozessen“, unterstreicht IBU-Geschäftsführer Dr. Burkhart Lehmann die Motivation, sich als Partner an diesem Preis zu beteiligen. „Wir verleihen den Sonderpreis in diesem Jahr zum dritten Mal und machen damit gezielt auf die Notwendigkeit von Ressourceneffizienz für nachhaltiges Wirtschaften aufmerksam“, erklärt der Initiator des Deutschen Nachhaltigkeitspreises, Stefan Schulze-Hausmann. „In der Zusammenarbeit mit dem IBU steckt viel Synergiepotential.“

Der sparsame Umgang mit Ressourcen ist die wesentliche Grundlage einer nachhaltigen Entwicklung und erfordert eine aufmerksame und fundierte Betrachtung von Produkten: von der Rohstoffentnahme aus der Umwelt über effiziente Produktionsabläufe, optimierte Transporte, die adäquate Verwendung von Produkten bis hin zu Recycling- und Wiederverwendungspotentialen. Schon bei der Produktentwicklung gelte es, Rohstoffe, Energiebedarfe und Langlebigkeit besonders in den Blick zu nehmen, betont Lehmann. Denn Bauen und Wohnen verursachen aber 50 Prozent der weltweiten Ressourceneinsätze, benötigen erhebliche Anteile des Energiebedarfs und sind Quelle unterschiedlichster Umweltwirkungen. Deshalb macht sich der Bausektor zunehmend für einen effizienten Ressourceneinsatz stark.

Das IBU setzt sich seit über 30 Jahren gemeinsam mit seinen Mitgliedern aus verschiedenen Bereichen der Baustoffbranche intensiv für mehr Nachhaltigkeit in der Bauwirtschaft ein. Im Fokus steht dabei das Thema Ressourceneffizienz. „Baustoffhersteller wie auch der gesamte Bausektor sind sich Ihrer Verantwortung für eine nachhaltige Entwicklung sehr bewusst und beteiligen sich aktiv daran, die weltweiten Ressourcen effizient einzusetzen“ sagt Dr. Burkhart Lehmann. Mittels Umwelt-Produktdeklarationen (Environmental Product Declarations – EPDs) informieren Hersteller über die Umweltwirkungen ihrer Produkte in einem einheitlich genormten und unabhängig geprüften Format. EPDs ermöglichen zudem, Einsparpotentiale im Produktionsprozess und über den gesamten Lebensweg eines Produktes zu identifizieren und zu nutzen.

„Weltweit gibt es zahlreiche erfolgreiche Gebäudezertifizierungssysteme für das nachhaltige Bauen und eine fundierte normative Grundlage, die vom einzelnen Baustoff bis hin zum Gesamtgebäude ineinandergreift“, erläutert Lehmann. Die EPDs der Baustoffhersteller haben es in der Baubranche zum weltweiten Industriestandard geschafft, denn sie basieren auf wissenschaftlich fundierten Ökobilanzen. Dadurch ermöglichen sie sowohl das einzelne Bauprodukt als auch das sich aus vielen Bauprodukten zusammensetzende Gesamtgebäude ökologisch zu optimieren. „Mit unserer Partnerschaft beim Deutschen Nachhaltigkeitspreis möchten wir die Idee der lebenszyklusbasierten Betrachtung von Produkten auch in anderen Bereichen unterstützen und damit die ganzheitliche Analyse zugunsten der Ressourceneffizienz und anderer Nachhaltigkeitsaspekte fördern“, macht Burkhart Lehmann deutlich.

Quelle: Institut Bauen und Umwelt e.V. (IBU)