Brüsseler EPR-Konferenz: Kreislauf-Wirtschaft braucht politische Anreize

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Quelle: DSD Holding GmbH

Köln, Brüssel – Eine eintägige Konferenz mit dem Titel “Towards a Green Circular Economy: Extended Producer Responsibility and its role for post-consumer plastics” veranstaltete die Duales System Holding in Brüssel gemeinsam mit ACR+, dem Europäischen Verband der Städte und Regionen m 29. September in Brüssel. Rund 100 Teilnehmer aus Industrie, Politik, Zivilgesellschaft und Wissenschaft diskutierten im Rahmen dieser Konferenz die Herausforderungen und Chancen für die Entwicklung einer Kreislaufwirtschaft für Kunststoffe.

In seiner Eröffnungsrede betonte Michael Wiener, Geschäftsführender Gesellschafter und CEO der Duales System Holding, die Potenziale einer Kreislaufwirtschaft für Umwelt und Wirtschaft und forderte mehr Dialog und Kooperation aller relevanten Akteure, um diese Potenziale auszuschöpfen.

Der erste Teil der Veranstaltung befasste sich hauptsächlich mit der Frage, wie aus Kunststoffabfällen wertvolle Sekundärrohstoffe gewonnen werden können. Fachbeiträge von Francoise Bonnet, Generalsekretärin von ACR+, Peter Heydasch, Corporate Account Executive bei DOW Europe und Frank Böttcher, CEO der DKR Deutsche Gesellschaft für Kreislaufwirtschaft und Rohstoffe mbH, lieferten Impulse zur Rolle der Bürger in der Kreislaufwirtschaft und zu Möglichkeiten des hochwertigen Recyclings von Post-Consumer-Kunststoffverpackungen und -produkten.

Anschließend erörterten Vertreter des European Environmental Bureau (EEB) und der Unternehmen IKEA, Eco-Emballages, Elipso und Logoplaste im Rahmen einer Panelrunde praktische Probleme und Chancen von Kunststoffrecycling, Produzentenverantwortung und dem Einsatz sekundärer Rohstoffe in neuen Produkten. Alle Akteure waren sich einig darüber, dass Recycling ein attraktives Geschäftsmodell darstellt, das aber politische Anreize braucht, um die Kreislaufwirtschaft für Kunststoffe weiter voranzutreiben.

Der zweite Teil der Konferenz konzentrierte sich vor allem auf die politischen Entwicklungen und Voraussetzungen für eine Kreislaufführung von Kunststoffen. Die Panelrunde war mit Vertretern der Europäischen Kommission, der Bundesregierung und der spanischen Regierung besetzt. Während Dr. Reinhard Büscher, Repräsentant der Industrie-Generaldirektion der Europäischen Kommission, vor allem auf die Wirtschaftlichkeit einer Kreislaufwirtschaft abstellte, forderte Dr. Helmut Maurer als Vertreter der Generaldirektion Umwelt ambitionierte politische Vorgaben für mehr Recycling sowie eine nachhaltige Gestaltung von Kunststoffverpackungen und -produkten. Die Position von Dr. Mauerer wurde im Wesentlichen auch von den nationalen Vertretern, Dr. Thomas Rummler für das Bundesumweltministerium und Dr. Teresa Barrés Benlloch für das spanische Umweltministerium, unterstützt.

Im Schlusswort zur Veranstaltung unterstrich Helmut Schmitz, Leiter Public Affairs bei DSD, die Bedeutung eines konstruktiven Dialogs entlang der Wertschöpfungskette und einer zukunftsorientierten politischen Rahmensetzung für die Weiterentwicklung der Kreislaufwirtschaft für Kunststoffe auf nationaler, europäischer und internationaler Ebene.