IKB: Raffinade-Produktion von Sekundär-Kupfer in 2013 um über 4,5% gestiegen

1953
Kupferschrott (Foto: Aurubis AG)

Düsseldorf — Bis Ende November 2013 expandierte die Kupferminenproduktion um 8 Prozent. Trotz einer Ausweitung der Kapazitäten um 0,8 Mio. t stieg die Auslastung der Minen auf fast 85 Prozent an. Die weltweite Primärraffinadeproduktion wuchs um 4,5 Prozent, diejenige von Sekundärkupfer legte etwas stärker zu. Der weltweite Verbrauch wuchs dagegen nur um 3,5 Prozent, zu Jahresbeginn war noch ein hohes Minus verzeichnet worden. Vor allem China hat im Jahresverlauf seine Nachfrage extrem stark ausgeweitet, meldet die IKB Deutsche Industriebank in ihrer neuesten Rohstoffpreis-Information.

Nachdem 2013 die weltweite Raffinadeproduktion 21,2 Mio. t ausgemacht haben dürfte, wird diese 2014 auf 21,8 Mio. t anziehen. Insgesamt ist 2013 entgegen früherer Erwartungen ein Angebotsdefizit von rd. 0,25 Mio. t aufgetreten, dem 2014 ein ausbalanciertes Angebot folgen dürfte.

Kupferpreise (Quellen: IHS Global Insight, LME; Grafik: IKB)
Kupferpreise (Quellen: IHS Global Insight, LME; IKB)

Der Abbau der Kupfervorräte an der LME hat sich weiter fortgesetzt. Zuletzt lagen diese um 276.000 t und damit bei weniger als der Hälfte des Vorjahresniveaus. Die Lagerbestände an der SHFE bewegen sich unter 200.000 t. Dies dürfte auch mit Streiks in chilenischen Häfen begründet gewesen sein. Die Bestände der COMEX sanken sogar auf nur noch rd. 14.000 t. Ein Großteil der Volumina dient der Absicherung von Finanztransaktionen. Die weltweiten Vorräte reichen für den Bedarf von 8 Tagen. Entscheidend dürfte werden, wie ernst Indonesien das Ausfuhrverbot für Kupfererze umsetzt. Fährt man eine harte Linie, fehlen dem Weltmarkt rund 500.000 t, von denen nur die Hälfte in Indonesien selbst raffiniert werden können. Dann würde chinesischen Hütten Inputmaterial fehlen, was die Preise treiben dürfte.

Der Kupferpreis hat seit Januar 2014 nachgegeben. Mittlerweile kehrten die investiven Anleger an den Kupfermarkt zurück: Die Zahl der Handelskontrakte erhöhte sich leicht und liegt in etwa auf dem Niveau vom Sommer 2013. Die physische Nachfrage ist unverändert stark: Die Elektroindustrie, der Maschinenbau und die Automobilindustrie melden steigende Orders. Sollte es infolge indonesischer Restriktionen zu einer Erzverknappung kommen, könnte nach Ansicht der IKB auch statt eines ausbalancierten Marktes ein erneutes Angebotsdefizit möglich sein. Die knapperen Lagerbestände dürften dann deutliche Preisanhebungen begünstigen. Bis Jahresmitte 2014 erwartet die Industriebank ein Preisniveau von 7.200 US-$/t mit einem Band von 400 US-$ je t um diese Marke.

Quelle: IKB Deutsche Industriebank