In die Höhe schichten: DWA-Arbeitsbericht informiert über „Deponie auf Deponie“

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Deponiearbeiten (Foto: Kommunalunternehmen Lk Bad Kissingen / abfallbild.de)

Hennef — Falls rechtliche und technische Voraussetzungen erfüllt sind, kann auf der Oberfläche eines bestehenden Deponiekörpers ein neuer Deponieabschnitt errichtet werden. Als technische Voraussetzung wird in der Regel eine multifunktionale Abdichtung zwischen dem unteren, älteren Deponiekörper und dem neuen, überlagernden Deponieabschnitt gefordert. Ein Beispiel hierfür liefert eine Deponie im Landkreis Ludwigsburg.

Wie der neue DWA Arbeitsbericht „Deponie auf Deponie“ klarstellt, weist die Deponie Am Froschgraben eine genehmigte Kapazität von etwa 4 Mio. m3 auf. Bislang wurden rund 5 Mio. Tonnen an mineralischen Abfällen auf der Deponie gelagert, die etwa 2017 verfüllt sein würde. Daher hat die Abfallverwertungsgesellschaft des Landkreises Ludwigsburg mbH als Betreiber der Deponie einen Planfeststellungsantrag gemäß § 35 Abs. 2 KrWG zur Erhöhung der Deponie innerhalb ihrer bisherigen Flächengrenzen gestellt. Damit soll eine zusätzliche Kapazität von etwa 1,8 Mio. m3 erzielt werden, die sich auf etwa 1,3 Mio. m3 für DK I und 0,5 Mio. m3 für DK 0-Abfälle verteilt.

Neue Endhöhe um 15 m angehoben

Es ist vorgesehen, das erforderliche Deponievolumen allein durch eine Erhöhung der bestehenden Deponie zu schaffen. Es sollen keine zusätzlichen Flächen außerhalb des planfestgestellten Deponiebereiches in Anspruch genommen werden. Die Deponieerhöhung bewegt sich somit innerhalb der planfestgestellten Flächen.

Das erforderliche Deponievolumen kann durch Veränderungen der Böschungsneigungen sowie durch größere Auffüllhöhen erreicht werden. Die neue maximale Endhöhe der Deponie ist um 15 m höher als in der ursprünglichen Planung vorgesehen. Die Statik der vorhandenen Sickerwasser-Drainagen wurde diesbezüglich überprüft. Sie wurden für eine Überschüttung von 35 m mineralischem Material ausgelegt, die durch die neue Planung nicht überschritten wird.

Vorhandene Infrastruktur nutzbar

Die vorhandene Infrastruktur einschließlich Oberflächenwasserableitung, Sickerwasser- und Abwasserableitung kann auch für die geplante Deponieerhöhung genutzt werden. Es müssen lediglich die Oberflächenwasserableitung und die Verkehrsflächen an die neue Geländeform angepasst werden.

Für den Oberflächenabschluss, voraussichtlich ab dem Jahr 2024, werden die Vorgaben der Deponieverordnung berücksichtigt. Auf der gesamten Deponiefläche wird eine Rekultivierungsschicht in einer Stärke von 2,0 m hergestellt. Die basis-gedichtete Deponiefläche wird zusätzlich mit einer Dichtung und einer darüber liegenden Entwässerungsschicht entsprechend den Anforderungen für Deponien der Deponieklasse I ausgerüstet. Nach dem Betriebsabschluss werden alle Einrichtungen, die nicht mehr für die Nachsorgephase benötigt werden, rückgebaut, um die Folgenutzung gemäß dem Landschaftspflegerischen Begleitplan (landwirtschaftliche und forstwirtschaftliche Nutzung) zu gewährleisten (AVL 2013).

Auch über weitere Konzepte, wie sie zum Beispiel zur Trennung zweier Deponieabschnitte mit einer multifunktionalen Abdichtung auf der Deponie Ihlenberg oder bei der Erweiterung der Hochhalde im sachsen-anhaltinischen Schkopau angewandt werden, informiert der DWA Arbeitsbericht „Deponie auf Deponie“

Quelle: Deutsche Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall e. V.