Neue Herbold GmbH stellt Schneidmühlen-System mit Zwangsbeschickung vor

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Firmengebäude der Neue Herbold GmbH (Quelle: Neue Herbold)

Sinsheim-Reihen — Die Neue Herbold Maschinen- und Anlagenbau GmbH hat ihr umfassendes Maschinen- und Anlagenprogramm durch die Entwicklung einer Zwangszuführung mittels Förderschnecke/n erweitert. Durch die optimierte Materialbeschickung von Schneidmühlen zur Zerkleinerung und Aufbereitung von Kunststoffabfällen soll die Durchsatzleistung bei der Aufbereitung loser, nicht verpresster Abfälle gesteigert werden.

Nach Aufgabe des Materials in den Einlauftrichter mittels Förderband folgt die Zuführung in den Mahlraum nicht mehr ausschließlich gemäß dem Schwerkraftprinzip: Vielmehr wird das Material durch eine/mehrere vertikal angeordnete Schneckenwelle/n in die Mahlkammer transportiert. Je nach Mühlengröße, die durch den jeweiligen Leistungsbedarf ermittelt wird, variiert die Anzahl der Schnecken, die Rotationsgeschwindigkeit der Wellen oder deren Antriebsleistung. Die lastabhängige Steuerung sowie die per Frequenzumformer gesteuerten Förderschnecken verhindern ein Blockieren des Rotors bei Materialstau und erlauben gleichzeitig eine dem Material optimal entsprechende Durchsatzleistung. Durch die verschleißgeschützte Ausführung der Förderschneckenwelle/n wird zudem der Abrieb reduziert und somit die Nutzungsdauer optimiert.

Durchsatz im Praxistest deutlich erhöht

Besonders eindrucksvoll konnte die Leistungsfähigkeit des neuen Systems bei der Wellmann France Recyclage in Verdun getestet werden, einem Recyclingunternehmen mit Schwerpunkt auf der PET-Flaschen-Verarbeitung. Hier sind bereits seit längerem mehrere baugleiche Schneidmühlen der Marke Neue Herbold im Einsatz. Für den Test wurde eine dieser Maschinen mit der neuen Zwangsbeschickung ausgerüstet.

Während der Pilotphase konnte der Durchsatz zeitweise um bis zu 25 Prozent gesteigert werden. Langfristig entspricht dies einer Durchsatz-Erhöhung in Höhe von circa 20 Prozent. Die Stromaufnahme der Schneidmühle erwies sich dabei als deutlich gleichmäßiger. Zudem konnte der Praxistest die prognostizierte Beseitigung von Stromspitzen voll bestätigen. Die Anordnung zweier Schnecken in genau definiertem Abstand führte zu einer konstanteren Beschickung im Vergleich zu den herkömmlichen Aufgabemethoden. Höhere Standzeiten der Schneidmühle insgesamt sind daher zu erwarten. Trotz des höheren Durchsatzes wurden gleich bleibende Messerstandzeiten festgestellt.

Die Eigenschaften dieser Beschickungsmethode eröffnen vielversprechende Vorteile:

  • Umfassender Anwendungsbereich: Prädestiniert für PET-Flaschen, stellen jedoch auch Kunststoffflaschen jeglicher Art, Kanisterware, leichte Verpackungsmaterialien aus der Nahrungsmittelindustrie, sowie sämtliche dünnwandigen Hohlkörper Beispiele potentieller Eintragsmaterialien dar.
  • Erhöhte Durchsatzleistung:Die im Einlauftrichter montierten Schneckenwellen bewirken eine kontinuierliche Materialzuführung des Rotors und verhindern gleichzeitig ein „Ausweichen“ des Materials. Hieraus resultieren Leistungssteigerungen um bis zu 30 Prozent.
  • Erhöhte Maschineneffizienz: Die präzise und konstante Beschickung des Rotors mit Eintragsmaterial nutzt die Rotorleistung optimal aus und unterstützt so einen effektiven Anlagenbetrieb. Außerdem wird ein Herausspritzen des Materials aus dem Trichter reduziert, wodurch das Inputmaterial vollständig verarbeitet wird.
  • Gesteigerte Materialzufuhr: Hervorgerufen durch die stetige Zerkleinerung des Materials kann der Einlauftrichter fortlaufend und in großen Mengen beschickt werden. Gegenüber einer herkömmlichen Schneidmühle ist ein Materialstau im Trichter nahezu unmöglich, was folglich zu einer Maximierung der Inputkapazität führt.
  • Verminderung von Schall- und Stromspitzen: Die kontrollierte Materialzuführung des Rotors generiert einen gleichmäßigen, ruhigen Rotorlauf und reduziert damit Schallspitzen, die aufgrund von Überfütterung in Standardmaschinen gelegentlich auftreten können. Gleichzeitig verhindert die konstante Materialzufuhr Stromspitzen während des Maschinenbetriebs.

Die Neue Herbold Maschinen- und Anlagenbau GmbH wird ihr System auf der FAKUMA 2015 in Friedrichshafen in Halle A6, Stand 6201 ausstellen.

Quelle: Neue Herbold Maschinen- und Anlagenbau GmbH