MBVI prognostiziert weitere Zuwächse im Güterverkehr für 2015-17

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Berufsverkehr (Foto: ©Erich Westendarp /http://www.pixelio.de)

Berlin – Im Güterverkehr geht es weiter aufwärts. Im Rahmen der „Gleitenden Mittelfristprognose für den Güter- und Personenverkehr“ hat TCI Röhling Transport Consulting International im Auftrag des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur den hiermit vorgelegten Bericht „Kurzfristprognose Sommer 2015“ erarbeitet. Im Prognosezeitraum 2015 – 2017 wird für den Güterverkehr mit einem weiteren Zuwachs der Tonnage und der Verkehrsleistung gerechnet. Dafür sprechen auch die Projektionen des Bundeswirtschaftsministeriums für die Wirtschaftsentwicklung in Deutschland, die als generelle Leitgrößen in die Prognose eingehen. Andere Institutionen, wie z.B. der Internationale Währungsfonds, gehen ebenfalls von Zuwachsraten für die Wirtschaftsentwicklung in Deutschland und Europa sowie für die wichtigen Handelspartner aus.

Das gesamte Transportaufkommen wird durchschnittlich um 0,4 Prozent pro Jahr (p.a.) wachsen, also von 4.193,5 Mio. Tonnen (t) im Jahr 2014 auf 4.244,5 Mio. t im Jahr 2017.Die Transportleistung wird in diesem Zeitraum um rund 1 Prozent p.a. zunehmen und wird von 654,3 Mrd. Tonnenkilometer (tkm) in 2014 auf 674,8 Mrd. tkm in 2017 anwachsen. Damit werden auch im Prognosezeitraum leichte Zuwächse in der durchschnittlichen Transportentfernung realisiert.

Der Binnenverkehr wird sowohl beim Transportaufkommen als auch bei der Transportleistung nach einem leichten Zuwachs im Jahr 2015 bis 2017 um etwa insgesamt 1 Prozent zurückgehen. Demgegenüber werden die grenzüberschreitenden Verkehre – Versand, Empfang, Durchgangsverkehr – zwischen den Jahren 2014 und 2017 sowohl in der Tonnage (+ 2,3 Prozent p.a.) als auch in der Transportleistung (+2,5 Prozent p.a.) deutlich zulegen.

Die Transportmenge im Straßengüterverkehr wird im Zeitraum 2014 bis 2017 einen Zuwachs von durchschnittlich unter 1 Prozent p.a. aufweisen, die Transportleistung wird im gleichen Zeitraum um durchschnittlich 1,2 Prozent p.a. zunehmen. Für das Wachstum des Transportaufkommens im Jahr 2014 von 4 Prozent gegenüber dem Vorjahr sind streikbedingte Verlagerungen von der Bahn und die günstigen Lkw-Betriebskosten aufgrund niedriger Dieselpreise mit verantwortlich. Weiterhin spielt die gute Baukonjunktur eine Rolle, da rd. 25 Prozent der Transportmengen im Straßengüterverkehr durch Bautransporte bedingt sind.

Im Straßengüterverkehr dürfte im Prognosezeitraum der Anteil der ausländischen Lkw weiter wachsen. Es wird erwartet, dass sich diese Anteile beim Transportaufkommen von 13,5 Prozent im Jahr 2014 auf 14,2 Prozent im Jahr 2017 und bei der Transportleistung von 38,8 Prozent im Jahr 2014 auf 41,3 Prozent im Jahr 2017 erhöhen.

Für die Eisenbahnverkehre werden dagegen über den gesamten Prognosezeitraum Rückgänge des Transportvolumens und eine verhaltene positive Entwicklung der Transportleistung erwartet. Von 2014 bis 2017 gehen die Bahn-Gütertransporte um insgesamt 1,6 Prozent von 365 Mio. t in 2014 auf 359,2 Mio. t im Jahr 2017 zurück. Im gleichen Zeitraum steigt aber – nach einem leichten Rückgang im Jahr 2015 – die Transportleistung moderat um insgesamt 1,2 Prozent von 112,8 Mrd. tkm in 2014 auf 114,2 Mrd. tkm im Jahr 2017 an. Ein wichtiger Grund für diese Entwicklungen sind die Bahnstreiks in den Jahren 2014 und 2015, die zu Einbußen im Transportaufkommen bei der Bahn geführt haben.

Das Binnenschiff gewinnt im Hinterlandverkehr aller Seehäfen an Bedeutung. So wurde 2014 die erste Stufe der Maasvlakte als Hafenerweiterung von Rotterdam eröffnet und die Umschlagskapazität wird zunehmend erweitert. Zum anderen realisieren die großen Seehäfen Maßnahmen zur besseren Einbindung der Binnenschifffahrt in die Hinterlandanbindung. Auch beim Binnenschiff ist der Containertransport ein Treiber der positiven Entwicklung. Insgesamt führen diese Faktoren für 2017 zu einer Erhöhung der Tonnage um 0,4 Prozent und der Transportleistung um +1 Prozent.

Die vollständige „Kurzfristprognose Sommer 2015“ steht unter bmvi.de zur Verfügung.

Quelle: Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur