IKB: Alu-Nachfrage steigend, aber knappe Aluschrott-Versorgung erwartet

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Aluminium-Schrott (Foto: Marc Weigert)

Düsseldorf — Im Januar 2014 legte die Weltproduktion von Primäraluminium um knapp 3 Prozent zu. In ihrer neuesten Rohstoffpreis-Information prognostiziert die IKB Deutsche Industriebank für das Gesamtjahr 2014 einen Zuwachs auf rund 49 Mio. t und erwartet für 2015 erstmals 50 Mio. t. Überdurchschnittlich expandierte China (+9 Prozent), sowie die Golfregion (+10 Prozent); die meisten übrigen Regionen reduzierten ihren Ausstoß. Westeuropa dürfte 2014 einen Anstieg von 2 Prozent erzielen können.

Insgesamt sieht die IKB für 2014 ein im Vergleich leicht verringertes Überangebot. Dies begrenzt weiter den Preisanstieg. Weltweit steigt die Nachfrage nach Primär- wie auch Sekundäraluminium; im globalen Fahrzeugbau sieht die Industriebank zusätzlich Marktanteilsgewinne von Aluminium zulasten anderer Werkstoffe.

Aluminiumpreisentwicklung (Quelle: LME: Grafik: IKB)
Aluminiumpreisentwicklung (Quelle: LME: Grafik: IKB)

Die Lagerbestände von Primäraluminium an der LME haben sich etwas zurückgebildet: Sie liegen nun bei 5,31 Mio. t. Trotz dieses hohen Bestands werden unverändert sehr lange Auslieferzeiten genannt. An der SHFE kam es infolge der chinesischen Neujahrsfeiern zu einem leichten Aufbau auf rd. 260.000 t. Die Lagervorräte (inklusive Vorprodukte und Halbfabrikate) bei den Herstellern betrugen stabil weitere knapp 2,1 Mio. t. Damit ist die Versorgung unverändert sehr gut. Der Angebotsüberschuss dürfte sich 2014 weiter verringern. Die LME-Bestände an Sekundärlegierungen unterschreiten dagegen nun 55.000 t. Im Verlauf der nächsten drei Monate erwartet die IKB bei etwas steigendem Bedarf eine Fortsetzung des Lagerabbaus.

Im Verlauf des Februars 2014 oszillierten die Aluminiumpreise in einem engen Band um 1.700 US-$/t. Neben der unverändert guten Marktversorgung ergab sich trotz konjunktureller Erholung in Europa kein Preisanhebungspotenzial, da Befürchtungen über eine Abschwächung der Nachfrage aus China das Bild trübten. Allerdings ist die investive Nachfrage wieder stark gesunken: Die Zahl der Handelskontrakte nahm um rd. ein Drittel ab. Die verbesserten Konjunkturaussichten und der weitgehend zum Ende kommende Zubau der Kapazitäten dürften in der zweiten Hälfte 2014 für weitere Preisanstiege sorgen.

Im zweiten Quartal 2014 prognostiziert die IKB eine Preisbewegung für Primäraluminium um rd. 1.800 US-$ je t mit einem Band von 200 US-$ je t um diesen Wert. Aufgrund der knappen Schrottversorgung dürften die Sekundärlegierungen weiter um rd. 100 US-$ über der Primärnotierung
liegen.

Quelle: IKB Deutsche Industriebank