IKB erwartet Angebotsdefizit für Nickel und Produktionsdefizit für Ferrochrom

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Edelmetalle (Foto: Kroll / Recyclingportal.eu)

Düsseldorf – Der weltweite Nickelmarkt 2015 ist von den durch China ausgelösten Börsenturbulenzen besonders betroffen. China hat zwar seine Bestände an indonesischem NPI (Nickel Pig Iron) schon stark abgebaut, aber gleichzeitig auch seine Produktion an rostfreiem Stahl leicht reduziert. Dadurch dürfte sich maximal ein geringes Angebotsdefizit von ca. 10.000 t ergeben, welches erheblich unter den ursprünglichen Erwartungen für 2015 liegt.

Dieses Defizit dürfte jedoch problemlos aus den Beständen gedeckt werden. Der geringe Abbau der Lagerbestände an der LME auf 455.000 t verhindert zudem starke Preissprünge. Die IKB Deutsche Industriebank erwartet bei den Nickelpreisen bis Ende des vierten Quartals 2015 Notierungen in einem Band von 2.500 US-$ je t um 11.500 US-$ je t. Gegen Jahresende könnten die Notierungen anziehen.

Trotz kleinerer Streiks und Produktionsunterbrechungen in südafrikanischen Produktionsstätten war in der ersten Jahreshälfte 2015 die Versorgung mit Ferrochrom gut. Da China zudem seine Rostfrei-Produktion zurückgefahren hat, dürfte auch der Bedarf an Ferrochrom gesunken sein. Somit dürfte das für 2015 erwartete Produktionsdefizit von rund 125.000 t geringer ausfallen. Für das dritte Quartal 2015 wurde der Benchmark-Preis zwischen europäischen Werken und südafrikanischen Ferrochromschmelzen weiter auf dem niedrigen Niveau des ersten Halbjahrs belassen. Die Spotmarktpreise auf dem chinesischen Markt dürften trotz steigender Importe niedriger sein. Dies dürfte die Preise weiter unter Druck halten. Die IKB sieht bis zum Jahresende 2015 eine Preisbewegung um 2,0 US-$ je lb in einer Bandbreite von 0,15 US-$ je lb.

Der Markt für Ferromolybdän ist weiterhin stark überversorgt. Da fast 40 Prozent der Molybdänproduktion Im Zusammenhang mit dem Abbau anderer metallischer Erze anfallen, geht die IKB davon aus, dass nur eingeschränkt Produktionskürzungen erfolgen werden. Die Molybdännachfrage hat nicht nur unter der stagnierenden Edelstahlproduktion gelitten, belastet wurde sie vor allem auch von der schwächeren Nachfrage aus der Öl- und Gasindustrie infolge geringer Neuinvestitionen. Daher dürfte der Angebotsüberschuss für 2015 im Vergleich zum Vorjahr deutlich höher ausfallen. Auch erwartet die IKB wir zumindest temporär steigende Exporte aus China und sieht bis Ende des Jahres 2015 den Ferromolybdänpreis bei rund 15 US-$/kg mit einer Bandbreite von 2,50 US-$ je kg.

Quelle: IKB Deutsche Industriebank