Goldrecycling in Q2/ 2015 minus 8 Prozent, Angebotsdefizit bei Platin-Gruppe erwartet

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Goldbarren (Foto: © Rike / http://www.pixelio.de)

Düsseldorf – Die Goldnachfrage brach im zweiten Quartal 2015 im Vergleich zu 2014 um 12 Prozent ein. Im Jahresvergleich reduzierte sich die Schmucknachfrage (-14 Prozent) besonders stark, die industrielle Nachfrage (-1 Prozent) litt unter dem Dentalbereich, teilt die IKB Deutsche Industriebank in ihrer neuesten Rohstoffpreis-Information mit.

Trotz geopolitischer Krisenherde sowie der Griechenlandturbulenzen wurden Nettopositionen bei ETF-Produkten (Exchange Traded Funds) abgebaut. Während in Europa die physischen Investmentkäufe anzogen, brachen diese im Nahen Osten und Russland sowie Teilen Asiens (jedoch nicht in China) ein. Angebotsseitig fiel sowohl die Minenproduktion (-4 Prozent) wie auch das Goldrecycling (-8 Prozent) geringer aus. Der Goldpreis dürfte sich in den nächsten drei Monaten um 1.200 US-$ pro Unze mit einer Bandbreite von 200 US-$ bewegen.

Für das Jahr 2015 wird nach einem starken ersten Halbjahr nun mit einem Zuwachs von 2 Prozent für die industrielle Silbernachfrage gerechnet. Träger dürfte u. a. die Photovoltaik sein. Im Segment der Schmucknachfrage wird nicht zuletzt aufgrund gesunkener Preise ein Anstieg um 5 Prozent erwartet. Angebotsseitig wird allerdings mit einem Rückgang von bis zu 5 Prozent gerechnet, was sich durch Produktionsmeldung für die ersten sechs Monate 2015 abzeichnet. Dies dürfte zu einem Angebotsdefizit führen. Entscheidend ist daher die Entwicklung der Investmentnachfrage zu. Zuletzt wurden die Silber-ETF’s kräftig aufgestockt. Die IKB sieht daher in den nächsten drei Monaten ein Aufwärtspotenzial und eine Preisbewegung um rund 15 US-$ pro Unze mit einem Band von 2 US-$.

Im Gesamtjahr 2015 dürfte es infolge eines Anstiegs der physischen Platinnachfrage wohl zu einem Angebotsdefizit kommen. Zudem hat es streikbedingte Produktionsausfälle (u.a. in Südafrika)gegeben. Stark reduzierte Investitionen in Südafrika dürften auch 2016 eine weiter sinkende Minenproduktion bewirken. Die Industriebank erwartet jedoch in den nächsten Monaten einen Aufbau der Bestände an ETF‘s (Exchange Traded Funds) und bei Palladium eine weitere Zunahme der physischen Nachfrage aus der Automobil- und Elektronikindustrie. Sie rechnet hier ebenfalls mit einem Angebotsdefizit. Die IKB erwartet für den Platinpreis bis Ende des vierten Quartals 2015 eine Bewegung um 1.100 US-$ pro Unze in einem Band von 200 US-$. Für Palladium ist bei einem erneuten Angebotsdefizit weiter von einer Bewegung um 600 US-$ pro Unze in einem Band von +100 US-$ auszugehen.

Quelle: IKB Deutsche Industriebank