Preisrutsch an Rohstoff-Märkten: HWWI-Index für Industrierohstoffe minus 3,9%

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Hamburg – Der HWWI-Rohstoffpreisindex ist auch im August drastisch gesunken und verringerte sich damit bereits den dritten Monat in Folge. Der Gesamtindex auf Dollar-Basis brach im Vergleich zum Vormonat um weitere 12,4 Prozent (in Euro: -13,4 Prozent) ein und markierte seinen geringsten Stand seit 6 1⁄2 Jahren. Erneut dominierten merklich sinkende Ölpreise die Indexbewegung: der Index für Energierohstoffe reduzierte sich um 14,6 Prozent (in Euro: -15,6 Prozent).

Auch ungeachtet der Energiepreise zeigte die Preisentwicklung nach unten. Der Index ohne Energie sank im August um 4,5 Prozent (in Euro: -5,6 Prozent), denn die Preise für Industrierohstoffe sanken im vergangenen Monat: Der zugehörige Index fiel um 3,9 Prozent (in Euro: -5,1 Prozent). Im Vergleich zum Vorjahresmonat ist der HWWI-Rohstoffpreisindex damit um 47,6 Prozent (in Euro: -37,3 Prozent) zurückgegangen.

Die Industrierohstoffe befanden sich im August in einem Abwärtssog und verbuchten reihenweise Tiefstände. Kupfer fiel zwischenzeitlich unter die Grenze von 5.000 US-Dollar je Tonne und damit auf einen 6- ahres-Tiefstand, Nickel wurde so niedrig wie seit März 2009 nicht mehr gehandelt und auch die übrigen NE-Metalle verzeichneten langjährige Tiefstwerte. Lediglich der Eisenerzpreis konnte sich vom Tiefstand im Juli leicht wegbewegen und handelte im Monatsdurchschnitt um 1,0 Prozent teurer.

Angezogen von hohen Preisen in den letzten Jahren und den dadurch induzierten Investitionen in neue Kapazitäten haben sich in den Märkten strukturelle Überschüsse gebildet, die auf geringer als erwartete Nachfrage treffen. Die künstliche Abwertung der chinesischen Währung im vergangenen Monat gab einen zusätzlichen Preisimpuls nach unten: Bei schwächerem Wechselkurs werden die Einfuhren teurer und vermindern diese damit tendenziell. Dabei ist China mit über 40 Prozent der weltweiten Nachfrage nach Industriemetallen einflussreichster Akteur auf dem Markt.

Der HWWI-Rohstoffpreisindex ist ein Produkt der HWWI Consult GmbH.

Quelle: Hamburgisches WeltWirtschaftsInstitut gemeinnützige GmbH (HWWI)