IKB: Nachfrage nach Primär- wie auch Sekundäraluminium wird anziehen

1332
Aluminium-Shredder (Foto: Kroll/Recyclingportal.eu)

Düsseldorf – Die weltweite Primäraluminiumproduktion hat mit einem Anstieg von gut 10 Prozent bis Juli 2015 kräftig zugelegt, meldet die IKB Deutsche Industriebank in ihrer neuesten Rohstoffpreis-Information. Sie prognostiziert für das Gesamtjahr 2015 einen Zuwachs auf über 56 Mio. Tonnen China (+18 Prozent); das übrige Asien (+21 Prozent) und die Golfregion (+9 Prozent) expandierten überproportional, die amerikanischen Regionen reduzierten ihren Ausstoß zum Teil kräftig. Westeuropa legte um 5 Prozent zu.

Insgesamt wird 2015 ein im Vergleich zu 2014 deutlich geringerer Angebotsüberschuss erwartet. Die globale Nachfrage nach Primär- wie auch Sekundäraluminium zieht in den nächsten Jahren weiter deutlich an. Träger der Nachfrageausweitung ist nicht nur der Automobilbau, sondern auch die Luftfahrtindustrie, die Bauwirtschaft und die Verpackungsindustrie. In Deutschland steigt 2015 die Produktion von Recyclingaluminium kräftig an.

Der Abbau der Lagerbestände von Primäraluminium an der LME hat sich weiter fortgesetzt: Diese liegen nun bei gut 3,28 Mio. Tonnen. An der SHFE betragen die Bestände rund 312.000 Tonnen, sie haben sich damit leicht ausgeweitet; weitere 48.000 Tonnen liegen bei der Comex. Damit ist die Versorgung unverändert noch gut. Der Angebotsüberschuss wird 2015 aufgrund des steigenden Bedarfs weiter kräftig sinken. Die LME-Bestände an Sekundärlegierungen haben sich auf knapp 13.000 Tonnen reduziert. Die derzeit im Aufbau bzw. Hochlauf befindlichen neuen Kapazitäten für Recyclingaluminium sichern die Versorgung weiterhin. Bis zum Jahresende 2015 sieht die IBK eine Fortsetzung des Lagerabbaus bei Primäraluminium.

Wie alle anderen Rohstoffpreise gerieten auch die Aluminiumpreise im Verlauf des August 2015 infolge der Börsenturbulenzen unter Druck. Die investive Nachfrage ist explodiert: Die Zahl der Handelskontrakte lag Ende August 2015 über dem doppelten Wert von Ende Juli; dies stellt den höchsten beobachteten Wert der letzten 15 Jahre dar. Offensichtlich sind viele Anleger günstig eingestiegen, um von der steigenden physischen Nachfrage u. a. aus der Automobilindustrie sowie anderen Branchen zu profitieren. Der aktuelle Kapazitätsaufbau in der Primär- und Sekundär-Aluminiumproduktion ist mittelfristig notwendig, um Engpässe in zwei bis drei Jahren zu verhindern. Bis Ende 2015 erwartet die Industriebank eine Preisbewegung für Primäraluminium um rund 1.700 US-$ je Tonne in einem Band von +200 US-$ je Tonne. Die Sekundärlegierung dürften sich in den nächsten Monaten infolge der leergefegten Bestände um die 100 US-$ je Tonne darüber bewegen.

Quelle: IKB Deutsche Industriebank