IKB: Niedrige Eisenerz-Spotpreise drücken unverändert auf den Schrottpreis

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Stahlschrott (Foto: Marc Weigert)

Düsseldorf – Die Weltrohstahlproduktion entwickelte sich bis Ende Juli 2015 schwächer, meldet die IKB Deutsche Industriebank in ihrer neuesten Rohstoffpreis-Information. Zwar hat sich Chinas Rückgang von 4,7 Prozent im Januar auf 2,1 Prozent vermindert, für das Gesamtjahr sieht die IKB weltweit einen Ausstoß von nur rund 1,66 Mrd. Tonnen Rohstahl.

 

Während die Stahlproduktion am nordamerikanischen Markt sich rückläufig entwickeln dürfte, ist in Lateinamerika eine Stagnation zu erwarten. In der Ukraine liegt die Produktion um 27 Prozent unter Vorjahr. Der Ausstoß in der EU 28 stagnierte bis Ende Juli 2015 (+0,4 Prozent). In Deutschland hält die IKB 2015 eine Tonnage von ca. 43,5 Mio. Tonnen für möglich. Die konjunkturelle Belebung im Jahr 2015 wird im Inland vor allem durch die Nachfrage der Automobilindustrie und der Belebung der Bauwirtschaft getragen. Zudem verbesserte sich der Export.

Im August 2015 gaben die Schrottpreise noch einmal um ca. 20 € je Tonne nach. Trotz eines zuletzt kräftigen Anstiegs der deutschen Stahlproduktion von fast 5 Prozent im Juli konnten die Schrottlieferanten hiervon nicht nennenswert profitieren. Der Anstieg war primär auf die Oxygenstahlwerke zurückzuführen. Der Export in die Türkei wurde weiter von der schwachen türkischen Stahlproduktion infolge geringer Nachfrage aus wichtigen Abnehmerländern (Syrien, Irak) belastet. Die Orders Italiens waren infolge der üblichen Werksferien im August sehr gering. Unverändert drücken die niedrigen Eisenerz-Spotpreise auf den Schrottpreis. Dieser Druck dürfte zumindest bis Ende 2016 anhalten. Die Industrebank sieht ab dem vierten Quartal 2015 jedoch wieder leicht anziehende Preise.

Die Weltstahlpreise gingen im August 2015 nochmals auf Talfahrt. Bei Flachprodukten gaben kaltveredelte Produkte um 1,5 Prozent nach, die übrigen Sorten verbilligten sich um bis zu 3,5 Prozent. Der Preis für Walzdraht sank um bis zu 3,5 Prozent. Dagegen stagnierten die Preise in Europa auf dem Niveau des Juli. Die Spotmarktpreise für Eisenerz stiegen entgegen dem allgemeinen Rohstoffpreistrend im August-Monatsdurchschnitt auf fast 56 US-$/t an. Die unverändert sehr gute Erzversorgung begrenzt aber bis Ende 2016 größere Preisanhebungen. China hält seinen Exportdruck in Richtung Naher Osten aufrecht und bricht dort in den Stammmarkt der türkischen Anbieter ein. Dies begrenzt das Preisniveau in dieser Region. Bei den Weltstahlpreisen ssieht die IKB in den nächsten drei Monaten eine leichte Erholung, in Europa erwartet sie auf Euro-Basis bestenfalls noch einen Anstieg von rund 2 Prozent.

Quelle: IKB Deutsche Industriebank