GKV: Kunststoffbranche mit Rekordumsatz in 2013, aber in Sorge um EEG-Umlage

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Quelle: Gesamtverband Kunststoff verarbeitende Industrie e. V. (GKV)

Frankfurt am Main – Mit Zuversicht blickt der Gesamtverband Kunststoff verarbeitende Industrie e. V. (GKV) auf das Jahr 2014, nachdem die Branche das Vorjahr erneut mit einem Rekordumsatz abgeschlossen hat. Die Dynamik hatte im letzten Jahr nach zögerlichem Beginn im Verlauf des zweiten Halbjahrs stetig zugenommen. Das vierte Quartal übertraf mit „einem fulminanten Endspurt im Dezember“ deutlich die Erwartungen, bilanzierte Verbandspräsident Dr. Bernd-O. Kruse. Immer stärkere Sorgen bereiten den Unternehmen jedoch die Belastungen aus dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG).

Der Branchenumsatz wuchs im Jahr 2013 auf 57,6 Mrd. Euro (2012: 55,9 Mrd. Euro), berichtete Bernd-O. Kruse am Aschermittwoch in Frankfurt am Main. In allen wesentlichen Segmenten der Kunststoffverarbeitung – Verpackung, Bau, Konsumwaren, Technische Teile – sei es nach eher verhaltenen ersten Monaten zu stetigem Wachstum gekommen. Die Beschäftigung stieg auf anhaltend mehr als 300.000 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen an. Viele Zeitarbeitsverhältnisse seien in den letzten Jahren in der mittelständischen geprägten Kunststoff­verarbeitung in Dauerarbeitsstellen umgewandelt worden.

Leicht positiver Saldo

Zu den erfreulichen Entwicklungen des Vorjahres zählt, dass sich die Ertragslage in den Unternehmenteilweise wieder leicht gebessert hat. Während 2012 mit ausgeprägter Rohstoff-Volatilität bei einem hohen Preisniveau ein besonders schwaches Jahr war, melden nun immerhin 31 Prozent der befragten Mitgliedsunternehmen der GKV-Trägerverbände wieder steigende Ergebnisse, während umgekehrt 24 Prozent niedrigere Erträge ausweisen. Unter dem Strich bleibt laut Bernd-O. Kruse also ein leicht positiver Saldo – im Vorjahr hatte es hier noch einen deutlich negativ ausgeprägten Überhang gegeben.

Rohstoffvolatilität am oberen Rand

Dennoch gibt es aus Sicht des GKV-Präsidenten leider keinen Grund zur Entwarnung. Zwar hat sich die Rohstoffvolatilität – in den drei Vorjahren eines der drängendsten Themen – im letzten Jahr wieder etwas beruhigt. Sie liegt jedoch immer noch am oberen Rand der früher üblichen Werte. Auch die strategischen Fragen der Versorgungssicherheit hier in Europa seien alles andere als geklärt. Die weltweiten Gewichtsverschiebungen in den Grundstoffproduktionen und auch zunehmend bei den technischen Kunststoffen würden die Branche in den nächsten Jahren ganz sicher weiterhin intensiv beschäftigen, mit Stichworten wie „Shale Gas“ und „China“.

Schleichender Exodus

Zunehmend große Sorgen bereiten zusätzlich die Belastungen aus dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG). Einer wachsenden Zahl von Unternehmen der Branche bereiten die dramatisch gestiegenen Industriestrompreise allergrößte Sorgen. Das Thema steht nach Ansicht von . Bernd-O. Kruse mit überwältigender Mehrheit an der Spitze der von den Unternehmen genannten aktuellen Herausforderungen.

„Der schleichende Exodus von Betrieben aus Deutschland als Folge hoher Energiekosten hat bereits begonnen“, warnte Kruse vor den gravierenden Folgen der fehlgeleiteten Energiepolitik. Eine „grundlegende Reform des EEG mit einer signifikanten Senkung der Stromkosten“ sei daher unumgänglich. „Das EEG ist ja eigentlich dazu gedacht, die Umwelt künftig weniger zu belasten. Geradezu absurd wirkt vor diesem Hintergrund die aktuelle Entscheidung der deutschen Behörden, ausgerechnet den Betrieben des werkstofflichen Kunststoffrecyclings den Zugang zu der wichtigen Ausgleichsregelung von der EEG-Umlage zu verweigern und deren Rahmenbedingungen dadurch zu verschlechtern.“

 

Quelle: Gesamtverband Kunststoff verarbeitende Industrie e. V. (GKV)