Elektronikschrott-Recycling: Effizient durch Bildbearbeitung bei LED-Blitzlicht

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Refind eGrader (Foto: © 2015 Framos GmbH)

Taufkirchen — Refind Technologies entwickelt Systeme, die automatisch Elektronikschrott sortieren und somit für mehr Nachhaltigkeit sorgen. Ein ausgeklügeltes Bildverarbeitungssystem, das Zugriff auf Millionen Referenz-Bilder hat, ist für die Erkennung der jeweiligen Objekte zuständig. Durch das jetzt entwickelte Sytem mit LED-Blitzsteuerungen mit passender Bildverarbeitung konnte Refind den Durchsatz seiner Maschine jetzt verdoppeln.

Die Idee des schwedischen Start-ups-Teams Refind bestand darin, den Wert von Abfall zu beziffern, bevor er überhaupt recycelt ist – perfekt für das Wertstoffmanagement mit seinen engen Margen. „Die tatsächliche Umsetzung in der Industrie gestaltete sich sehr viel schwieriger. Die Batterien liegen nicht unter Laborbedingungen auf dem Tisch, sondern sie kommen in den unterschiedlichsten Winkeln und Zuständen“, erklärt Farshid J. Harandi, Leiter Mechatronik bei Refind. Einiges an Forschung und Entwicklung war nötig, um das erste Modell des „Optical Battery Sorter“ fertigzustellen, der momentan acht Batterien pro Sekunde sortiert.

Mittlerweile erzielt das Unternehmen aus Göteborg mit sechs Mitarbeitern jährlich rund eine halbe Million Euro Umsatz und ist der einzige Lösungsanbieter. Doch Refind ruhte sich nicht auf den ersten Erfolgen aus, sondern entwickelte einen Electronic Waste Sorter namens E-Grader und eine schnellere Version des Battery Sorters. Allein in den USA verlassen jährlich rund 140 Million Mobiltelefone den Markt. Das brachte die Schweden dazu, ihr Produktportfolio um den E-Grader zu erweitern, mit dem sich elektronische Kleingeräte sortieren lassen.

Bestimmte Modelle zum Weiterverkauf aussortiert

Doch beim Massenrecycling manuell zu bestimmen, womit der beste Ertrag erzielt werden kann, ist schwierig. So lassen sich zum Beispiel bestimmte Modelle noch in Schwellenmärkte verkaufen. “Hier kommen wir ins Spiel, denn wir können genau sagen, was sich in einem Handy befindet und wie viel es vielleicht in einem anderen Markt noch wert ist. Dann kann es zu einem ganz anderen Preis verkauft werden, als sich durch Recyceln erzielen lässt“, erläutert der Mechatronik-Leiter.

Akkurate Bilderfassung trotz kurzer Belichtungszeit

Die Technologie und Algorithmen hinter den Refind-Systemen sind ausgefeilt. Herzstück ist die Bilderkennung und -verarbeitung zur Steuerung der Maschine im Sortierprozess. Batterien beispielsweise können in den unterschiedlichsten Formen daher kommen, von der Taschenlampen- bis zur Uhrenbatterie. Im Spektrum von 360 Grad können die Batterien in den unterschiedlichsten Winkeln liegen, manchmal sind sie beschädigt oder verschmutzt. Kein Wunder, dass das Sortieren kein Kinderspiel ist. „Mit diesem einen Blick müssen wir sagen, worum es sich handelt. In der Datenbank haben wir Informationen über 2.500 Arten von Batterien und über zwei Millionen Bilder“, beschreibt Farshid J. Harandi den Prozess.

Beim automatischen Erkennen von Objekten ist vor allem das Licht entscheidend. Will man die Größe eines Objekts messen, sind bei zu kurzer Belichtungszeit die Ränder nicht mehr gut zu sehen; erst mehr Licht und Kontraste sorgen für bessere Bilder. Darüber hinaus kommt es vor allem auf eine konstante Wiederholbarkeit an. Die Herausforderung besteht darin, in der Bildverarbeitung nicht nur äußerst akkurat zu sein, sondern zugleich mit einer sehr kurzen Belichtungszeit des Objekts auszukommen. Dafür eignet sich insbesondere LED-Licht. In der ersten Version des Battery Sorter hatte Refind eine eigene Beleuchtungs-Steuerung mit einer maximalen Spannung von 48 Volt und verschiedene LED-Treiber im Einsatz. Für die zweite Version wollten die Entwickler die Mechanik upgraden, um einen höheren Durchsatz an Batterien zu erreichen.

Kapazität zur Neuerfassung problematischer Batterien

„Mit den alten Beleuchtungs-Steuerungen ergab sich ein Stau, weil bei mehr Batterien weniger Belichtungszeit zur Verfügung stand. Wir brauchten also stärkeres Licht.“, berichtet Farshid Harandi. Der Mechatronik-Leiter sah sich im Markt um und stieß dabei auf den LED Strobe Controller IPSC2 von Smartek Vision, der mit zwei Kanälen und als einziges Gerät überhaupt mit Hochspannungsimpulsen von bis zu 200 Volt arbeitet. „Mit der Smartek-Blitzsteuerung können wir viermal stärker beleuchten und nun mit 20 Batterien pro Sekunde doppelt so viel wie vorher sortieren. Wir waren selbst erstaunt über diese Verbesserung und konnten unter anderem dank der stärkeren Helligkeit mit unserem Next-Generation-Produkt aufwarten“, sagt Harandi. Die neuen Maschinen sortieren ein halbe Millionen Batterien täglich, das entspricht einem Minimum von 600 Kilo pro Stunde. Eigentlich ermöglicht der IPSC2-Controller sogar das Sortieren von einer Tonne pro Stunde; diese Kapazität wird jedoch genutzt, um problematische Batterien erneut zu erfassen. Die Kunden sind mit dieser Lösung hochzufrieden.

IPSC-Controller für Feinabstimmung

Weil die Göteborger immer genau dieselben Lichtkonditionen brauchen, müssen sie genau wissen, was in der Steuerung vor sich geht. Ein wichtiger Bestandteil ist der Kondensator (Capacitor), eine sehr schnelle Batterie, mit der sich nach Wunsch langsam oder schnell die Energie extrahieren und in unterschiedliche Kanäle leiten lässt. Es gibt eine maximale Menge an Energie, die dabei nutzbar ist – ein wichtiger Wert, der darüber entscheidet, ob sich eine Anwendung umsetzen lässt. „Der Support von Smartek‘s Distributor, dem Bildverarbeitungsspezialisten Framos, übertraf unsere Erwartungen bei weitem: Zur Reproduzierung gleichbleibender Bedingungen stellte uns Framos Messwerte über Energieverbrauch und Wärmeverlust zur Verfügung“, erzählt Harandi.

Die Speed-Limits von Kamerasensoren werden immer höher, die Bandbreite steigt und Schnittstellen verändern sich – da muss alles andere mitwachsen. Die Nutzung von LED Strobe Controllern ist keine Ausnahme mehr wie früher, sondern die Regel, weil sie schneller mehr Licht liefern und raschere, bessere Entscheidungen ermöglichen.

Refind nutzt die IPSC-Controller sogar dafür, bei neuen Maschinen Abweichungen im bildverarbeitenden System aus Kamera, Sensoren und Lichtquellen zu korrigieren. Diese Feinsteuerung ist den Göteborgern besonders wichtig. Aufgrund der guten Erfahrungen werden die LED Blitzsteuerungen von Smartek Vision nun auch im neuen Produkt Electronic Waste Sorter verbaut.

Quelle: PresseBox