1. Hj. 2015: Recylex Gruppe profitiert von Beschaffungspolitik und Preisanstiegen

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Quelle: Recylex Gruppe

Suresnes, Frankreich — Das Betriebsergebnis der Recylex Gruppe hat sich das dritte Halbjahr in Folge verbessert, insbesondere im Geschäftsbereich Blei, der von den im vergangenen Jahr eingeleiteten Maßnahmen profitiert, und dem Geschäftsbereich Zink, dem der kräftige Kursanstieg im ersten Halbjahr 2015 zugute kommt, erklärte Yves Roche, Recyclex-Vorstandsvorsitzender angesichts des jetzt vorliegenden Halbjahresberichts des Konzerns.

„Im Weiteren hat der Konzern die beiden großen Wartungsstillstände in den zwei wichtigsten Produktionsstätten der Geschäftsbereiche Blei und Zink erfolgreich durchgeführt. Recylex wird sich in der zweiten Jahreshälfte 2015 in einem von stark rückläufigen Rohstoffpreisen geprägten Umfeld auf ihre Zahlungsmittel, die Suche nach Finanzierungslösungen und das Projekt einer neuen Industrieanlage im Geschäftsbereich Blei mit dem Ziel einer nachhaltigen Profitabilität des Geschäftsbereichs konzentrieren“, kommentierte der Vorstandsvorsitzende.

Blei- und Zinkpreise gestiegen

Vom 2. Januar 2015 bis zum 30. Juni 2015 verzeichnete der Bleipreis einen Anstieg von +2,5 Prozent bei einer sehr hohen Volatilität. Im gleichen Zeitraum büßte der Zinkpreis -1,5 Prozent ein. Der durchschnittliche Bleipreis verzeichnete im ersten Halbjahr 2015 einen Anstieg von +10 Prozent gegenüber dem ersten Halbjahr 2014, und der durchschnittliche Zinkpreis stieg gegenüber dem vergleichbaren Vorjahreszeitraum um +28 Prozent an.

Umsatzeinbuße im Geschäftsbereich Blei

Der Umsatz im Geschäftsbereich Blei belief sich im ersten Halbjahr 2015 auf 140,4 Millionen Euro. Dies entspricht einer Einbusse von 16 Prozent gegenüber dem ersten Halbjahr 2014. Der Anstieg des Bleipreises reichte nicht aus, um die – hauptsächlich aufgrund des dreiwöchigen Wartungsstillstandes der Bleihütte – rückläufigen Volumen vollständig zu kompensieren.

Im ersten Halbjahr 2015 belief sich die Bleiproduktion auf 55 771 Tonnen, gegenüber 71 001 Tonnen im ersten Halbjahr 2014, was einem Rückgang von 21 Prozent entspricht. Gegenüber dem ersten Halbjahr 2014 beliefen sich die fehlenden Volumen im Zusammenhang mit dem Wartungsstillstand der Bleihütte auf rund 11 000 Tonnen, diejenigen im Zusammenhang mit der veränderten Zusammensetzung des beschafften Materials zugunsten von weniger bleireichem Material auf ein Volumen von rund 4 000 Tonnen.

Verwertung von Altbatterien rückläufig

Die Werke zur Verwertung von Altbatterien in Frankreich und Deutschland haben 65 500 Tonnen Altbatterien verarbeitet. Im vergleichbaren Vorjahreszeitraum waren es 71 700 Tonnen, was einem Rückgang von 9 Prozent entspricht. Dieser Rückgang ist auf die Weiterführung der selektiven Politik bei der Beschaffung von verwertbarem Recycling-Material zurückzuführen, welche zum Ziel hat, die Margen in diesem Geschäftsbereich angesichts der nach wie vor zu hohen Preise für Altbatterien wieder herzustellen.

Das laufende Betriebsergebnis im ersten Halbjahr 2015 des Geschäftsbereichs gemäß IFRS- Normen beläuft sich auf einen Verlust in Höhe von 6,1 Millionen Euro, gegenüber einem Verlust von 7,4 Millionen Euro im ersten Halbjahr 2014. Diese Verbesserung ist vor allem auf die selektivere Beschaffungspolitik und den steigenden Bleipreis im Berichtszeitraum zurückzuführen.

Umsatzsteigerung im Geschäftsbereich Zink

Vor dem Hintergrund der stark gestiegenen Zinkpreise belief sich der Umsatz im Geschäftsbereich Zink im ersten Halbjahr 2014 auf 36,9 Millionen Euro. Dies entspricht einer Steigerung von 9 Prozent gegenüber den 33,7 Millionen Euro im ersten Halbjahr 2014. Der angepasste Konzernumsatz für das erste Halbjahr 2015 verzeichnete ein Wachstum von 13 Prozent auf 45,9 Millionen Euro gegenüber dem vergleichbaren Vorjahreszeitraum.

Beim Recyling von Altzink konnte dank des starken Anstiegs des Zinkpreises ein Umsatzwachstum von 12 Prozent erzielt werden. In dem nach wie vor hart umkämpften Markt um verwertbares Recyling-Material verarbeitete Norzinco GmbH 10940 Tonnen zinkhaltiges Material gegenüber 12.520 Tonnen im ersten Halbjahr 2014, was einem Rückgang von 13 Prozent entspricht.

Betriebsergebnis Zink leicht gesteigert

Was den Bereich der Verarbeitung von Staub von Elektrostahlwerken betrifft, haben die beiden Werke von Recytech SA in Frankreich und Harz-Metall GmbH in Deutschland 73 900 Tonnen Staub verarbeitet, was einem Rückgang von 7 Prozent gegenüber dem ersten Halbjahr 2014 entspricht. Dieser Rückgang ist im Wesentlichen auf den Wartungsstillstand der deutschen Tochtergesellschaft im zweiten Quartal 2015 zurückzuführen (kein Wartungsstillstand im Jahr 2014).

Der Geschäftsbereich Zink verzeichnete somit ein laufendes Betriebsergebnis von 1,5 Millionen Euro Gewinn im ersten Halbjahr 2015 gegenüber einem Gewinn von 1,4 Millionen Euro im ersten Halbjahr 2014. Das angepasste laufende Betriebsergebnis belief sich im ersten Halbjahr 2015 auf 5,9 Millionen Euro gegenüber 3,5 Millionen Euro im ersten Halbjahr 2014.

Metallpreise weiterhin unter Druck

Aufgrund der jüngsten Wirtschaftszahlen aus China, die namentlich eine Abschwächung des Konsums belegen, haben die Rohstoffe und insbesondere die Metalle ihren Kursrückgang zu Beginn des zweiten Halbjahres 2015 fortgesetzt. In der Folge lagen die Blei- und Zinkpreise Ende August 2015 unter dem durchschnittlichen Niveau der ersten Jahreshälfte 2015. Die Metallpreise dürften in den kommenden Monaten weiter unter Druck stehen.

Die finanzielle Leistung im Geschäftsbereich Blei wird von der Kursentwicklung des Blei im zweiten Halbjahr 2015 abhängen. Die Gruppe wird weiterhin eine selektivere Politik bei der Beschaffung von verwertbarem Recycling-Material anwenden, um die Margen in diesem Geschäftsbereich zu stützen.

Im Weiteren verfolgt die Gruppe aktiv ihr Projekt zum Aufbau einer zusätzlichen Industrieanlage mit dem Ziel, die bleihaltigen Nebenprodukte aus der Bleihütte Weser-Metall GmbH intern verarbeiten zu können. Mit diesem Projekt, das vom Verwaltungsrat der Recylex SA gemäß den internen Verfahren genehmigt wurde, soll die Rentabilität im Geschäftsbereich Blei nachhaltig verbessert werden.

Umsätze im Zink-Segment von Preisentwicklung abhängig

In beiden Bereichen des Geschäftsbereichs Zink werden die Finanzergebnisse von der Entwicklung des Zinkpreises in der zweiten Jahreshälfte 2015 abhängen. Nachdem der Zinkpreis Anfang Mai 2015 auf 2.400 USD/Tonne angestiegen war, blieb er im Monat August 2015 sehr volatil und fiel zu Beginn des zweiten Halbjahres 2015 auf 1.700 USD/Tonne zurück.

Was die Produktion von Wälzoxyden betrifft, dürfte sich die Wirtschaftsleistung der Harz-Metall GmbH im zweiten Halbjahr 2015 gegenüber dem ersten Halbjahr 2015 verbessern, da die Produktion durch den Wartungsstillstand reduziert war, allerdings unter der Voraussetzung, dass die Verfügbarkeit des zu verarbeitenden Materials ungefähr gleich wie im ersten Halbjahr 2015 bleibt.

Bei der Produktion von Zinkoxyden dürfte Norzinco GmbH weiterhin von der guten Verfassung der chemischen Industrie profitieren, insbesondere in Deutschland. Allerdings dürfte das Preisumfeld schwieriger sein, insbesondere in der Reifenindustrie.

Der Zwischenbericht (engl) steht unter recylex.fr zum Download bereit.

Quelle: Recylex SA