Umbau für mehr Umweltschutz: Feralpi-Shredder stellt Produktion ein

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In der Produktionshalle (Foto: Feralpi Stahl)

Riesa – Feralpi Stahl lässt ab heute die Shredderanlage ruhen. Um die Emissionen weiter zu mindern, werden vom 31. August bis 2. November umfangreiche Umbauten vorgenommen. „Um nachhaltig die Umwelt zu schützen, werden wir diese Zeit effektiv für den Umbau nutzen“, erklärt Werksdirektor Frank Jürgen Schaefer.

Der Shredder gewinnt beispielsweise aus Haushaltsschrotten, trockengelegten Altfahrzeugen und entsorgten Elektrogeräten täglich bis zu 500 Tonnen Eisenmetalle zurück und bereitet sie für die nachhaltige Stahlerzeugung wieder auf. Sein vorübergehender Stillstand ist notwendig, um die Baumaßnahmen zu realisieren und so langfristig die Menschen in Nähe der Anlage sowie die Umwelt zu entlasten.

Zur Emissions- und Lärmminderung

Der Umbau knüpft an die Änderungsgenehmigung vom 14. November 2014 an. Die konkreten Maßnahmen sind allerdings deutlich umfangreicher und wirkungsvoller als ursprünglich geplant – und werden, neben einer erheblichen Reduktion aller diffusen Emissionen, auch eine Lärmminderung mit sich bringen. Umgesetzt werden sollen:

  • Die Halbierung des genehmigten Anlagendurchsatzes von 250.000 Tonnen pro Jahr auf 125.000 Tonnen pro Jahr zur Reduzierung aller mit dem Betrieb des Kondirators verbundenen Emissionen.
  • Die vollständige Einhausung des Transportbandes Kondirator-Siebtrommel zur Reduzierung der diffusen Emissionen aus diesem Teil der Kondirator-Anlage.
  • Weitergehende Schließungen im Dachbereich der Kondirator-Einhausung um insgesamt 90 Prozent.
  • Die Verringerung des Abgasvolumenstroms aus dem Kamin des Kondirators auf 70.000 Kubikmeter pro Stunde.
  • Die Erhöhung des Kamins auf 47 Meter.

Geändertes Maßnahmenpaket

Das geänderte Maßnahmenpaket zielt im Vergleich zum ursprünglichen Minderungskonzept darauf ab, Dioxine/Furane und PCB im Staubniederschlag am Messpunkt mit der höchsten Immissionsbelastung weiter stark zu reduzieren. So soll das neue Maßnahmenpaket dazu führen, statt der ursprünglichen Zielvorgabe von 8,9 pg/m²*d nun 6,6 pg/m2*d im Jahresmittel nicht zu überschreiten. „Mit den emissionsmindernden Maßnahmen streben wir ein Level an, das städtischem Niveau ohne Industrie entspricht,“ ergänzt der Leiter Umweltschutz Mathias Schreiber. Und fügt hinzu: „Für diese Schadstoffe existieren im Staubniederschlag keine gesetzlichen Grenzwerte. Festgelegt wurden lediglich ein sogenannter Zielwert von 4 pg/m²*d sowie der Orientierungswert von 9 pg/m²*d, der den Bundesländern von der Bund-/ Länderarbeitsgemeinschaft für Immissionsschutz (LAI) zur Anwendung empfohlen wurde. Beide Werte gelten als Jahresmittelwerte.“,

Weiterer Schritt zum Umweltschutz

Das bisherige System der Schrottaufbereitung und -reinigung der ESF Elbe-Stahlwerke Feralpi GmbH wird im Zuge der Umbauten optimiert. Frank Jürgen Schaefer prognostiziert: „Zukünftig wird mehr Schrott von der Magnettrommel in der geschlossenen Schrotthalle aufbereitet. Die Emissionen werden zusätzlich gemindert,durch die geänderte Art der Eingangsstoffe in die Magnettrommel (keine Elektrogeräte, keine Altfahrzeuge, kein Shreddervormaterial) wegen der in der Magnettrommel im Gegensatz zum Kondirator nicht stattfindenden mechanischen Zerkleinerung in Verbindung mit dem Temperaturanstieg auf 100-200 °C und dem damit einhergehenden Ausgasen organischer Bestandteile (PCB) aus dem Schrott.“

Der Riesaer Stahlerzeuger bleibt mit diesem Schritt dem Umweltschutz konsequent treu. Erst vor wenigen Wochen hatte das Unternehmen erneut die höchste Auszeichnung der Europäischen Union für freiwilliges Engagement im Umweltschutz erhalten und wurde EMAS revalidiert. EMAS steht für Eco-Management and Audit-Scheme, zu Deutsch Umweltmanagement und Umweltbetriebsprüfung. Nur wenige Stahlhersteller in Europa sind EMAS-zertifiziert.

Die aktuelle Umwelterklärung ist als Download unter feralpi.de verfügbar.

Quelle: ESF Elbe-Stahlwerke Feralpi GmbH