Drohender Entsorgungsnotstand: BDSV reagiert auf die Kritik der DGAW

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Quelle: Bundesvereinigung Deutscher Stahlrecycling- und Entsorgungsunternehmen e.V.

Düsseldorf – Die ordnungsgemäße und schadlose Entsorgung von Sortier- und Schredderrückständen aus der Aufbereitung von Schrott steht für die BDSV Bundesvereinigung Deutscher Stahlrecycling- und Entsorgungsunternehmen e.V. im Fokus. Hier ist es in der jüngeren Vergangenheit zu Problemen gekommen. Daher und mit Blick auf bestehende Engpässe in inländischen Verbrennungsanlagen ist die BDSV bestrebt, eine Lösung zu finden, hat jetzt BDSV-Präsident betont.

Heiner Gröger reagiert damit auf eine Stellungnahme der DGAW, in der die Diskussion um MVA-Auslastungen als „unverständlich“ kritisiert wurde. Indem DGAW-Präsident Obermeier die Menge an importiertem Abfall aus dem europäischen Ausland kleinrede, verdränge er die Realität. Die Menge der Abfallimporte zur Verbrennung sei seit Jahren kontinuierlich angestiegen, allein zwischen 2010 und 2013 um rund 300.000 Tonnen. Deutschland sei mit fast 6 Mio. Tonnen ein Netto-Importeur von Abfällen. Gleichzeitig habe die Verbrennungspreise erheblich angezogen. Zudem gehe Obermeiers Vorwurf des jahrelangen „Jammerns“ über zu niedrige Verbrennungspreise, die das Recycling behinderten, an der Stahl- und Metallrecyclingwirtschaft vorbei: Schrott brennt nicht – zumindest nicht in Müllverbrennungsanlagen.

Heiner Gröger: „Die BDSV hat sich immer für das Prinzip des freien Marktes eingesetzt und wird hieran auch nichts ändern. Insofern kritisieren wir auch nicht Hausmüllimporte aus dem euro- päischen Ausland. Allerdings stellen wir uns gegen fadenscheinige Begründungen für die Nichtannahme der Aufbereitungsreste in inländischen Verbrennungsanlagen, wenn Hausmüll derzeit eine bessere Rendite erbringt. Es geht eindeutig zulasten der Umwelt und Wirtschaftlichkeit, wenn unsere Mitglieder Recyclingreste quer durch die Republik fahren müssen.“

Quelle: BDSV Bundesvereinigung Deutscher Stahlrecycling- und Entsorgungsunternehmen e.V.