DGAW-Präsident: Unverständliche Diskussion um MVA-Auslastungen

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Quelle: DGAW

Berlin – Mit völligem Unverständnis reagiert der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Abfallwirtschaft DGAW e.V., Thomas Obermeier, auf die Äußerungen von Verbänden der Abfallwirtschaft zu den knappen Kapazitäten und den gestiegenen Preisen bei Verbrennungsanlagen. „Erst behindern nicht ausgelastete Verbrennungskapazitäten das Recycling – jetzt ist das Geschäftsmodell der Mittelständler und der Verwerter durch ausgelastete Müllverbrennungsanlagen gefährdet.“

Dieselben Verbandsvertreter würden seit Jahren jammern, dass unausgelastete Verbrennungskapazitäten und niedrige Preise bei MVA‘s und EBS-Kraftwerken das Recycling in Deutschland behindere und Sortieranlagen vor der Schließung stünden. Auf gut besuchten Veranstaltungen wurde mit Hilfe von Experten ein Rückbau von Verbrennungskapazitäten gefordert.

Heute – so Thomas Obermeier – seien die Verbrennungsanlagen nicht mehr auf niedrige Annahmepreise angewiesen, die die Vollkosten nicht deckten. Er unterstützt ausdrücklich die Preisentwicklung auf Erlöse für die Verbrenner knapp unter 100 €/t. Damit hätten hochwertige Recyclingverfahren und eine Kaskadennutzung der Bioabfälle mit Vergärung endlich auch hinsichtlich Kosten eine Chance.

Für die hohe Auslastung der Anlagen die Importe verantwortlich zu machen, wie jüngst vom Präsidenten der Bundesvereinigung Deutscher Stahlrecycling- und Entsorgungsunternehmen BDSV e.V. zu hören, zeuge von Unkenntnis des Marktes. Obermeier: „Wir können ohne Mitverbrennung in Kraft- und Zementwerken von einer Verbrennungskapazität von 25 Millionen Tonnen ausgehen. Der Großteil der Importe kommt aus dem Vereinigten Königreich. 2014 waren es circa 500.000 Tonnen, 2015 können es nach Hochrechnungen circa 650.000 Tonnen werden. Dazu kommen geringere Mengen aus Irland und Polen. 2015 werden wohl nicht mehr als 750.000 Tonnen aus dem Ausland in Deutschland thermisch verwertet werden. Dies sind 3 Prozent der Kapazität.“

Dass Verbände, deren Mitglieder einen Großteil ihrer Sekundärrohstoffe wie Altmetalle, Altkunststoff oder Altpapier exportieren, sich nun über Importe von Ersatzbrennstoff mokieren würden, verwundert Thomas Obermeier sehr.

Quelle: Deutsche Gesellschaft für Abfallwirtschaft DGAW e.V.