Modellversuch Altkleidersammlung über „Duotonne“ wird vorzeitig eingestellt

1619
Blaue Tonne (Foto: © aktive-rentner.de /http://www.pixelio.de)

Coesfeld – An jeweils zwei Terminen sollten in Ascheberg, Coesfeld und Olfen in diesem Jahr versuchsweise Altkleider in der zuvor geleerten Altpapiertonne gesammelt werden. Die Bilanz der ersten Abfuhren dieser so genannten „Duotonne“ hat die in sie gesetzten Erwartungen bei weitem nicht erfüllt. Das hat die Wirtschaftsbetriebe Kreis Coesfeld GmbH (WBC) und die betroffenen Kommunen jetzt veranlasst, den zweiten Abfuhrturnus zur Sammlung von Altkleidern abzusagen und den Versuch damit vorzeitig zu beenden.

Stefan Bölte, Geschäftsführer der WBC, bittet Bürger, die sich einen entsprechenden Termin bereits vorgemerkt haben, um Verständnis und begründet die Absage in erster Linie mit der ungenügenden Akzeptanz dieses zusätzlichen Sammelsystems: „Trotz intensiver Öffentlichkeitsarbeit wurden insgesamt nur rund 7 Prozent der blauen Tonnen in den Versuchsgebieten mit Altkleidern zur Abholung bereitgestellt. Sammellogistik und Qualität der über den Versuch gesammelten Alttextilien haben gestimmt – mit knapp 19 Gewichtstonnen war jedoch die Sammelmenge bei weitem nicht hoch genug, um die Sammelkosten über die Vermarktungserlöse zu refinanzieren.“

Die Bürger bevorzugen das gut ausgebaute Erfassungssystem der ortsansässigen Wohlfahrtsverbände mit Altkleidercontainern, Kleiderkammern und Straßensammlungen, welches von DRK, Kolping und anderen Wohlfahrtsverbänden in den letzten Monaten sogar weiter ausgebaut worden ist. Das sei auch gut so, betont Stefan Bölte. Ziel sei es gewesen, zusätzliche Sammelmengen zu erfassen, die sonst über den Restmüll oder unzuverlässige gewerbliche Sammlungen entsorgt werden.

Nicht erfolgversprechend und daher auch nicht beabsichtigt seien Versuche, das Sammelergebnis des zweiten Abfuhrturnus noch zu optimieren. Bölte: „Wir wollen hier keine unnötigen Gebühreneinnahmen verschwenden, um danach zum gleichen Ergebnis zu kommen. Außerdem wären Mengenzuwächse jetzt wohl nur noch aus gemeinnützigen Sammlungen zu generieren – und das wäre ausdrücklich nicht Ziel des Versuches.“ Hinzu käme, dass es gemäß zwischenzeitlicher Rechtsprechung nicht mehr zulässig ist, nach Einführung eines kommunalen Sammelsystems die ausufernden gewerblichen Sammlungen zu untersagen, um eben dieses, aber auch die gemeinnützigen, zu schützen.

Gemeinsam mit den Städten und Gemeinden des Kreises Coesfeld soll nun die zweite Jahreshälfte genutzt werden, um mit den Wohlfahrtsverbände Kooperationsvereinbarung vorzubereiten, so dass für die Bürger ein über Sigel und Containerkennzeichnung kreisweit erkennbares Container-Sammelsystem entsteht.

Quelle: Wirtschaftsbetriebe Kreis Coesfeld GmbH (WBC)