BMW, Bosch und Vattenfall erproben das 2. Leben von E-Mobility-Batterien

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E-Mobility (Foto: Vattenfall)

Berlin – Wenn Batterien aus E-Fahrzeugen den hohen Anforderungen des Fahrbetriebs nicht mehr genügen, können sie noch immer reichlich Leistung haben. Für die Entsorgung sind sie viel zu schade. BMW, Bosch und Vattenfall erproben daher im Projekt „Second Life Batteries“, wie sich die Batterien als flexible Energiespeicher sowie zur Sicherung der Netzstabilität zweitverwerten lassen.

Die drei Projektpartner arbeiten dabei Hand in Hand: BMW liefert, steuert und integriert die Batterien, die aus seinen E-Automodellen Active E und BMW i3 stammen. Bosch ist für die Systementwicklung, unter anderem für die Integration der Batterien ins Gesamtsystem zuständig. Vattenfall errichtet die Fundamente für das Bauwerk und übernimmt die spätere Vermarktung der Batterie am Energiemarkt sowie den Betrieb.

Das letzte von drei Teilprojekten

Die 2-MW-Batterie ist das letzte von drei Teilprojekten, das im Rahmen von Second Life Batteries realisiert wird. Nummer eins und zwei sind bereits seit 2014 in der HafenCity im Probebetrieb. So sorgt an der Schnellladesäule für E-Autos eine Batterie für Netzentlastung. „Beim schnellen Laden wird das Netz kurzfristig stark belastet. Um diese Spitzen für das Netz zu reduzieren, stellt die Batterie diese Spitzenlast zur Verfügung und hält so das Netz stabil“, erläutert Sebastian Gerhard, der bei Vattenfall für dieses Teilprojekt verantwortlich ist.

Sein Kollege Hauke Beeck betreut das Teilprojekt zur Eigenverbrauchsoptimierung bei Photovoltaik (PV): „Hier geht es darum, PV-Anlagen durch den Einsatz von Batteriespeichern so zu optimieren, dass möglichst viel vom produzierten Strom auch selbst verbraucht werden kann.“ Denn zu den Spitzenzeiten der PV-Erzeugung – in der Regel die Mittagsstunden – können die Anlagenbesitzer den Strom oft gar nicht nutzen. „Wir erproben dabei auch, wie eine batterieschonende und zugleich netzverträgliche Betriebsstrategie aussehen könnte, etwa durch zeitlich versetzte Ladevorgänge.“

Neue Geschäftsfelder erkunden

Hinter alldem steckt als übergeordnete Projektidee, verschiedene Einsatzbereiche für ausgediente Batterien aus der E-Mobility in der Praxis zu testen – und so neue Geschäftsfelder im Einklang mit der Energiewende zu erkunden.

„Die Batterien bleiben auch nach ihrem ersten Leben im Auto eine wertvolle Ressource“, betont Daniel Hustadt, Projektleiter bei Vattenfall. „Ihr zweites Leben kann durchaus ein weiteres Jahrzehnt dauern.“ Um einen möglichst breiten Überblick zu bekommen, stellten die Partner das Projekt auf drei Standbeine. „In allen Teilprojekten interessiert uns neben der jeweiligen Hauptanwendung, inwieweit die Batterien in der Lage sind, Systemdienstleistungen für den Netzbetrieb zu erbringen.“

In einem modularen Konzept verbaut

Auch BMW und Bosch bringen jeweils ihren Fokus und eigene Fragestellungen mit ein. „Wir verfolgen für alle Fahrzeuge eine nachhaltig ökologisch optimierte Strategie“, sagt Sören Mohr, Projektleiter Second Life Batteries bei BMW. „Erst die nachhaltige Gestaltung der gesamten Prozesskette führt zu den niedrigen CO2-Footprints unserer Fahrzeuge, vor allem des BMW i3. Durch die Weiterverwendung der Batterien wird diese Strategie, angefangen mit regenerativer Energieversorgung in der Produktion, zum Nutzungsende optimal komplettiert.“

Auf fünf Jahre ist das Projekt Second Life Batteries insgesamt ausgelegt – „das größte seiner Art weltweit, bei dem unterschiedliche Batterien in einem modularen Konzept verbaut werden“, betont Cordelia Thielitz, General Manager Bosch Energy Storage Solutions.

Quelle: blog.vattenfall.de