IBK erwartet bis Jahresmitte Schrottpreisanstieg um 6 Prozent

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Foto: O. Kürth

Düsseldorf — Die Weltstahlproduktion entwickelte sich im Januar 2014 weitgehend seitwärts. Für das Gesamtjahr erwartet die IKB Deutsche Industriebank einen neuen Produktionsrekord von bis zu 1,7 Mrd. t Rohstahl. Der Zuwachs erfolgt primär in Asien: China dürfte bis zu 820 Mio. t Rohstahl erzeugen, obwohl dort im Januar die Produktion infolge des chinesischen Neujahrsfestes unter Vorjahresniveau blieb. Der nord- und südamerikanische Markt dürfte leicht wachsen.

Nach Darstellung der neuesten IKB Rohstoffpreis-Information belebte sich hingegen der Ausstoß in der EU 28 kräftig um +7 Prozent. Deutschland könnte insgesamt seine Tonnage um 4 Prozent ausweiten: Für das Gesamtjahr sieht die IKB eine Tonnage von rd. 43,5 Mio. t. Die konjunkturelle Belebung im Jahr 2014 werde vor allem die Nachfrage der Automobilindustrie, des Maschinenbaus und der Bauwirtschaft nach Stahl stimulieren.

 

Schrottpreisentwicklung (Quelle: Euwid; Grafik: IKB)
Schrottpreisentwicklung (Quelle: Euwid; Grafik: IKB)

Im Februar 2014 gaben die Schrottpreise zwischen 10 und 20 € nach, was hauptsächlich auf sinkende Exporte in die Türkei zurückzuführen ist. In der Türkei war infolge der innenpolitischen Krise zum einen der Bedarf geringer, zum anderen stieg der Verkauf verstärkt in Nordamerika ein. Andererseits ist zukünftig mit wieder stärkeren Orders der italienischen Stahlhersteller zu rechnen, die zu Jahresbeginn ihre Produktion um mehr als ein Viertel ausweiteten, also wohl wieder zurück auf dem Markt sind. Insgesamt ist die Branche für das Gesamtjahr zuversichtlich und rechnet mit einem im Vergleich zu 2013 deutlich besseren Jahr. Die IKB erwartet im ersten Halbjahr 2014 einen Preisanstieg von ca. 6 Prozent.

Die Weltstahlpreise zeigten im Februar 2014 ein divergierendes Bild: die Veränderungsraten lagen zwischen +1 Prozent und -1 Prozent. Innerhalb Europas gaben baunahe Güten um teilweise über 1 Prozent nach, während Flachprodukte z. B. für die Automobilindustrie um bis 1 Prozent zulegten. Die Spotmarktpreise für Eisenerz bewegten sich um die Marke von 120 US-$/t. Für 2014 sieht die IKB im Jahresmittel einen Erzpreis (Spotnotierung) von rd. 130 US-$/t. Temporäre Lieferstörungen in der Ukraine könnten die europäischen Preise stimulieren. Davon würden vor allem südeuropäische Anbieter profitieren. Bei den Weltstahlpreisen erwartet die Industriebank im ersten Halbjahr 2014 ein Anstiegspotenzial von ca. 5 Prozent, in Europa um rund 4 Prozent anziehende Preise.

Die IKB weist explizit darauf hin, dass es bei metallischen Rohstoffen, abweichenden Legierungen sowie anderen Kunststoffsorten zu anderen Preisbewegungen kommen kann. Zudem beobachtet sie bei einigen Rohstoffarten größere regionale Preisabweichungen.

Quelle: IKB Deutsche Industriebank