9.000 Tonnen pro Jahr durch Kälte-Trenntechnik in Bremer Cryogenanlage

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Kältetechnik in der Bremer Cryogenanlage (Foto: Nehlsen AG)

Bremen – Sie ist seit 15 Jahren in Betrieb – und nach wie vor einmalig: die Cryogenanlage des Abfallentsorgers Nehlsen in Bremen. Cryogen bedeutet im griechischen soviel wie Frost oder Eis erzeugen. Denn die Bremer Anlage fährt mit einer Kältetrenntechnik, mit der schadstoffbelastete Verpackungen, Verbundstoffen und Metallen wiederverwertet werden können.

Bis zu 9.000 Tonnen pro Jahr an Metallen und Kunststoffen kann die Anlage in Bremen verarbeiten, die inzwischen mit Material aus fast allen Bundesländern sowie aus Dänemark, den Niederlanden, Belgien, Luxemburg und weiteren Teilen der EU beliefert wird.

Für das Recycling der Kunststoffe und Metalle müssen die Verpackungen von den schädlichen Reststoffen befreit werden. In einem Rohr, zwölf Meter lang und mit einem Durchmesser von eineinhalb Metern, kühlt flüssiger Stickstoff vorher zerkleinerte Gebinde und Verbunde auf Temperaturen unter minus 120 Grad Celsius ab. Die Anhaftungen verspröden und lassen sich anschließend mechanisch in einer Hammermühle abtrennen. Metall- und Kunststoffverpackungen und -behälter, IBC-Behälter, Verbundstoffe aus der Automobilindustrie, Ölfilter, Mineralöldosen und -kanister, Gummiformteile, Kfz- Kraftstofftanks sowie Müllgroßbehälter können so cryogentechnisch verwertet werden – mit einen Durchsatz von bis 3,5 Tonnen pro Stunde bei Kunststoffemballagen und bis zu 5,5 Tonnen pro Stunde bei Metallemballagen.

Nach automatischer Sortierung und Zerkleinerung stehen saubere Kunststoffe und Metalle für die verarbeitende Industrie zur Verfügung. Reinheitsgrade bis zu 95 Prozent machen die wieder gewonnenen Materialien, die unter den Produktnamen CryoTall (Metalle) und CryoPlast (Kunststoffe) in den Handel gelangen, zu einem gesuchten Rohstoff.

Das von Nehlsen eingesetzte, in Deutschland einzigartige Verfahren ist ein anerkannter Verwertungsweg und wurde gemäß Bundes-Immissionsschutzgesetz (BlmSchG) genehmigt.

Quelle: Nehlsen GmbH & Co. KG