Schweiz verzeichnet 50.000 vermutlich illegaler Personenwagen-Exporte

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Altfahrzeuge (Foto: O. Kürth)

Bern, Schweiz – Die Zahl der Neuzulassungen von Personenwagen in der Schweiz hat weniger stark abgenommen als erwartet: Im Jahr 2014 wurden 301.942 Neufahrzeuge (–1.9 %) registriert. Gemäss der eidgenössischen Aussenhandelsstatistik wurden 337.653 Personenwagen in das Zollgebiet der Schweiz eingeführt, meldet die Stiftung Auto Recycling Schweiz in ihrem Jahresbericht 2014.

Neben Neuwagen wurden hier auch Gebrauchtwagen und Umzugsgüter erfasst. Der Personenwagenbestand hat sich demzufolge auf 4.430.375 Fahrzeuge (+1.5 %) erhöht. Ausserdem wurden 120.977 Fahrzeuge (–3.5 %) offiziell exportiert und 105.034 Altfahrzeuge nachweislich verschrottet.

Damit bleiben knapp 50.000 Fahrzeuge übrig, deren Verbleib unklar ist. Es ist naheliegend, dass der Großteil ebenfalls exportiert wurde, jedoch auf anderen Kanälen.

Die offiziellen Exporte zeigen ein ähnliches Bild wie in den vergangenen Jahren. Rund 60 Prozent der Gebrauchtfahrzeuge landen in Afrika und leisten dort noch weitere Jahre und viele Kilometer ihre Dienste. Nach Libyen trat nun Niger an die zweite Stelle, obwohl dieser Staat keinen direkten Meeranstoß hat. Auch nach Polen fließen viele Fahrzeuge ab. Es darf angenommen werden, dass zumindest ein Teil dieser Fahrzeuge weiter nach Osten verschoben wird.

Sieben Shredderwerke verarbeiteten 105.000 schweizerische Schrottautos und führten rund 75.000 Tonnen Metalle in den Stoffkreislauf zurück. Da die Metallproduktion aus Schrott weniger Energie benötigt als jene aus Primärrohstoffen, spart die Metallrückgewinnung aus Altfahrzeugen rund 100.000 Tonnen CO2, was einem Verbrauch von 43.000.000 Litern Benzin entspricht.

Der vollständige Jahresbericht 2014 kann bei der Stiftung heruntergeladen werden.

Quelle: Stiftung Auto Recycling Schweiz