Preiseinbruch an den Rohstoffmärkten: HWWI-Index sinkt stark

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Hamburg — Der HWWI-Rohstoffpreisindex ist im Juli deutlich gesunken. Der Gesamtindex auf Dollar-Basis brach im Vergleich zum Vormonat um 9,1 Prozent (in Euro: -7,3 Prozent) ein. Der Index ohne Energie sank im Juli um 2,9 Prozent (in Euro: 1,0 Prozent) und markierte damit seinen tiefsten Stand seit über sechs Jahren. Angeführt durch stark sinkende Ölpreise fiel der Index für Energierohstoffe um 10,7 Prozent (in Euro: -2,9 Prozent). Auch die Preise für Industrierohstoffe sanken auf breiter Front; der zugehörige Index fiel um 5,7 Prozent (in Euro: -3,9 Prozent). Verglichen mit dem Vorjahresmonat sind sowohl der Gesamt-, als auch sämtliche Teilindizes gesunken.

Die Industrierohstoffpreise sind im vergangenen Monat kräftig gefallen und folgten damit dem Abwärtstrend der letzten Monate. Der Index für Industrierohstoffe fiel auf einen 6-Jahres-Tiefstand. Angebotsüberhang und Bedenken bezüglich der chinesischen Wirtschaft ließen die Preise fallen.

HWWI-Index für Industrierohstoffe (Grafik: HWWI)
HWWI-Index für Industrierohstoffe (Grafik: HWWI)

China ist verantwortlich für über 40 Prozent der weltweiten Nachfrage nach Industriemetallen; entsprechend reagierte der Markt sehr sensibel auf die neuerlichen Kursschwankungen am chinesischen Aktienmarkt sowie die eingetrübten Aussichten der chinesischen Konjunktur. Zwar wachsen die chinesische Wirtschaft und damit der Rohstoffverbrauch weiterhin, jedoch voraussichtlich nicht so stark wie sich das globale Angebot ausweitet. In den letzten Jahren wurde weltweit in viele neue Förderprojekte investiert, deren zusätzliche Produktion nun den Markt überversorgt.

Kupfer verbilligte sich im Vormonatsvergleich um 6,5 Prozent, Aluminium fiel um 2,7 Prozent und der Nickelpreis gab um 10,9 Prozent nach. Der Preis für Eisenerz ging im Vergleich zum Juni gar um 18,0 Prozent auf durchschnittlich 51,10 US-Dollar pro Tonne zurück: Das ist der geringste Monatsdurchschnitts-Preis seit über 10 Jahren.

Quelle: Hamburgisches WeltWirtschaftsInstitut gemeinnützige GmbH (HWWI)