IKB: Schrottpreise im August leicht rückgängig, im September ansteigend

1697
Stahlschrott (Foto: Marc Weigert)

Düsseldorf — Die Weltrohstoffpreise gerieten im Verlauf des Juli kräftig unter Druck. Auf Dollarbasis gaben sie um 9 Prozent nach; infolge der weiteren leichten Abwertung des Euro zum Dollar machte der Rückgang in Inlandswährung 7 Prozent aus. Während die Diskussion um einen Austritt Griechenlands aus dem Euro die Märkte belastete, drückten schwächere US-Konjunkturdaten und der Verfall der Börsenkurse in China ebenfalls auf die Stimmung. Investive Anleger zogen sich aus den Märkten der börsennotierten Metalle zurück, meldet die IKB Deutsche Inustriebank in ihrer neuesten Rohstoffpreis-Information.

Im ersten Halbjahr 2015 unterschritt die Weltstahlproduktion das Vorjahresniveau. Während die Produktion in der EU 28 leicht anstieg, hat China seinen Rückgang vom Jahresbeginn noch nicht völlig kompensiert. Der Einbruch in der Ukraine hält weiter an. Die Schrottpreise sanken jahreszeitbedingt. Die Erzpreise gaben einen Teil der Vormonatsgewinne wieder ab. Die Weltstahlpreise tendierten im Juli sortenabhängig bis zu 2 Prozent leichter. In Europa betrugen die Preisabschläge bis zu 4 Prozent. Geopolitisch und konjunkturbedingt sieht die IKB eine Erholung erst im September. In der Tendenz ist bei Flachprodukten in Europa bis Ende September 2015 mit einem Anstieg um bis zu 3 Prozent zu rechnen; Langprodukte tendieren seitwärts. Bei Schrottpreisen wird im August ein leichter Rückgang, im September ein Anstieg erwartet.

Der Anstieg der weltweiten Primäraluminiumproduktion hat sich bis Ende Juni 2015 beschleunigt und beträgt nun über 10 Prozent. Die asiatischen Regionen expandieren zweistellig, Westeuropa legt um gut 5 Prozent zu, in Amerika sank die Erzeugung. Die Lagerbestände an der LME sanken weiter auf 3,44 Mio. t; die Sekundärlegierung liegt bei nur noch 13.000 t. Die Vorräte an den übrigen Börsen sind gering. Die investiven Nachfrager zogen sich weiter zurück. Die Induustriebank erwartet eine Korrektur der Übertreibungen an den Börsen für Primär- wie auch Sekundäraluminiumpreise. Tendenziell wird bis Ende September 2015 eine Bewegung um 1.700 US-$/t in einem Band von 250 US-$ erwartet; die Sekundärlegierung bewegt sich im gleichen Rahmen.

Die weltweite Nachfrage nach Kupfer sank in den ersten vier Monaten 2015; dennoch dürfte im Gesamtjahr 2015 eine Verbrauchszunahme auf rd. 23,5 Mio. t erfolgen. Im April hat vor allem die chinesische Nachfrage angezogen. Die IKB geht nach mehreren Jahren mit Angebotsdefiziten im Jahr 2015 von einem leichten Angebotsüberschuss aus. Allerdings hat sich der Überschuss des ersten Quartals bereits halbiert. Unverändert reichen die Lagerbestände der Börsen nur für gut eine Woche. Die investive Nachfrage gab im Juli deutlich gegenüber dem Vormonat nach. Der Markt für Kupferschrott gilt jetzt als ausgeglichen. In der Tendenz sieht die Indstriebank bis Ende September 2015 eine Bewegung des Kupferpreises um 5.500 US-$/t in einem Band von 500 US-$.

Quelle: IKB Deutsche Industriebank AG Düsseldorf