Studie schätzt Ertragspotenzial einer EU-Kreislaufwirtschaft auf 1,8 Billionen €

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Titelblatt der Studie (Quelle: Ellen MacArthur Foundation/ McKinsey / Stiftungsfond

Dornach — Die EU könnte bis 2030 zusätzliche Erträge von 1,8 Billionen erwirtschaften, wenn sie den Prinzipien der Kreislaufwirtschaft folgen würde. Zu diesem Ergebnis kommt eine von der Ellen MacArthur Foundation, McKinsey und dem Stiftungsfonds für Umweltökonomie und Nachhaltigkeit letzte Woche veröffentlichte Studie mit dem Titel „Growth within: A circular economy vision for a competitive Europe“.

Die proklamierte Summe setzt sich aus zwei Bestandteilen zusammen: Zum einen prophezeien die Autoren einen jährlichen dreiprozentigen Ertragszuwachs durch Produktivitätssteigerung dank technologischen Fortschritts. Bis 2030 könnte dadurch ein Plus von 0,6 Billionen Euro erwirtschaftet werden. Ein noch viel größeres Potenzial geht laut der Autoren – zum anderen – von den rohstoffunabhängigen und externen Auswirkungen einer Kreislaufwirtschaft aus, die sie auf 1,2 Billionen schätzen.

Als „überraschend verschwenderisch“ bezeichnet die Studie das Wertschöpfungsmodell der europäischen Wirtschaft, weil es immer noch dem linearen Einwegmodells Abbauen – Produzieren – Wegwerfen folgt. Im Jahr 2012 hätte die Region deshalb 95 Prozent des Wertes ihrer Primärrohstoffe und -energie verloren und selbst bei Materialien mit hoher Recyclingquote wie Stahl, PET und Papier würde noch ein Wertverlust von 30 bis 75 Prozent im ersten Verwendungszyklus stattfinden.

Hauptaufgabe, um die angeführten Erträge zu erreichen, sei daher die Optimierung der Rohstoffnutzung: Produkte, Komponenten und Materialien müssten permanent bei stets maximaler Nutzung sowohl in technischen wie biologischen Kreisläufen zirkulieren.

Die gesamte Studie „Growth within: A circular economy vision for a competitive Europe“ steht unter ellenmacarthurfoundation.org zum kostenlosen Abruf bereit.

Quelle: Reverse Logistics Group / CCR Logistics Systems AG