Lkw-Transportverbot von Abfällen, Steinen, Erden und Metall in Tirol geplant

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Quelle: Europaregion Tirol - Südtirol - Trentino

Bozen, Südtirol — Der Güterverkehr in den drei Alpenländern Tirol, Südtirol und Trentino und das von Tirol geplante sektorale Fahrverbot waren die zentralen Themen des Gesprächs der Verkehrslandesräte von Südtirol, Tirol und dem Trentino in Bozen. Künftig solle im Sinne nachhaltiger Mobilität die Güterbeförderung verstärkt über die Schiene laufen, waren sich die Landesräte einig. Zunächst soll das Verbot auf der Inntal-Autobahn für den Lkw-Transport von Abfällen, Steinen, Erden und Aushub gelten, später auch für die Verbringung von Metallen.

Die drei Landesräte sprachen sich dafür aus, die Zusammenarbeit der drei Euregio-Länder in Sachen Verlagerung des Güterverkehrs auf die Schiene und in Sachen Luftqualität im Rahmen der Europaregion Tirol-Südtirol-Trentino auf eine institutionelle Ebene zu bringen. Geplant sind weitere Gespräche auf technischer und politischer Ebene in kürzeren Abständen. „Der Verkehr endet nicht an der Landesgrenze, weshalb es sinnvoll ist, mit den Nachbarländern, aber auch mit der Wirtschaft gemeinsam Maßnahmen für nachhaltige Mobilität abzustimmen und zusammen Strategien zu entwickeln, damit wir vor den nationalen Regierungen und auf europäischer Ebene Gehör bekommen“, betonte Mobilitätslandesrat Florian Mussner.

Ersparnis von rund 200.000 Lkw-Transitfahrten

Die Tiroler Landeshauptmann-Stellvertreterin Ingrid Felipe berichtete ihren Amtskollegen über die Wiedereinführung des sektoralen LKW-Fahrverbotes in Tirol. „Das sektorale Fahrverbot und die beleitenden Maßnahmen stellen einen wesentlichen Beitrag zum Erhalt der Lebensqualität und einen starken Impuls für die Weiterentwicklung der europäischen Verkehrspolitik dar“, betonte Felipe.

Wie Felipe erklärte, erspare das sektorale Fahrverbot rund 200.000 Lkw-Transitfahrten. Es soll auf der A12, der Inntal-Autobahn, in einem ersten Schritt (ab 1. Juli 2016) den Transport von Abfällen, Steinen, Erden und Aushub, Rundholz und Kork sowie Kraftfahrzeugen verbieten und in einem zweiten Schritt (ab 1. Oktober 2016) den Transport von Nichteisen- und Eisenerzen, Stahl (ausgenommen Bewehrungs- und Konstruktionsstahl), Marmor und Travertin sowie Fliesen.

Für möglichst baldige europäische Lösung

Sowohl die Landesräte als auch die Spitzenvertreter der Handels- und Wirtschaftskammern von Südtirol, Tirol und Trentino sprachen sich für eine möglichst baldige europäische Lösung zur Verlagerung des Güterverkehrs auf die Schiene aus, vor allem im Hinblick auf die Aktivierung des Brennerbasistunnels. Die Wirtschaft wünsche sich eine Harmonisierung der Luftmessstellen, um über vergleichbare Grenzwerte bezüglich Luftqualität zu verfügen, betonte der Präsident der Südtiroler Wirtschafts- und Handelskammer, Michl Ebner. Auch seien Verbesserungen bei der Rollenden Landstraße (Rola) gefragt.

Felipe unterstrich, dass sich bis zum 21. September 2015 jeder zum geplanten sektoralen Fahrverbot äußern könne. Nach Einarbeitung der Stellungnahmen will die Tiroler Landesregierung das Verbot verordnen.

Quelle: Gemeinsames Büro der Europaregion Tirol – Südtirol – Trentino, Generalsekretariat des EVTZ „Europaregion Tirol – Südtirol – Trentino“