UBA: „Daten zur Umwelt 2015“ zeigen Handlungsbedarf für Rohstoff-Einsatz

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Quelle: Umweltbundesamt

Dessau-Roßlau — „Ressourcenschonung und Kreislaufwirtschaft“ sind Themen, die in den jetzt erschienenen „Daten zur Umwelt 2015“ des Umweltbundesamtes behandelt werden. So zeigen die „Daten“, dass auch beim effizienten und sparsamen Einsatz von Rohstoffen Handlungsbedarf besteht.

Das Ziel, die Ressourcenproduktivität bis zum Jahr 2020 gegenüber 1994 zu verdoppeln, ist nach Darstellung des UBA erst gut zur Hälfte erreicht. Ein großer Teil dieser Effizienzgewinne geht darauf zurück, dass rohstoffintensive Produktion zunehmend ins Ausland verlagert wird; im Schnitt trägt jede Tonne importierter Güter einen „Rucksack“ von weiteren 2,5 Tonnen Rohstoffen im Ausland.

453 kg Abfall verursacht jeder Deutsche im Jahr (Quelle: UBA)
453 kg Abfall verursacht jeder Deutsche im Jahr (Quelle: UBA)

Wie die „Daten“ ausweisen, liegt die Verwertungsquote von Bau- und Abbruchabfällen bei etwa 52 Prozent des (Brutto-) Abfallaufkommens; die Verwertung dieser Abfälle bewegt sich seit Jahren auf sehr hohem Niveau: 2012 wurden sie zu 89 Prozent stofflich und zu 1 Prozent energetisch verwertet. 55 Prozent der Produktionsabfälle wurden recycelt, 18 Prozent der energetischen Verwertung zugeführt. Im selben Jahr wurden rund 65 Prozent der Siedlungsabfälle stofflich verwertet und weitere 18 Prozent verbrannt. Im gleichen Zeitraum wurden insgesamt 54 Prozent der als gefährlich eingestuften Abfälle aller Abfallströme recycelt, 12 Prozent verbrannt. Somit wurden 79 Prozent der in Deutschland erzeugten Abfälle wurden im Jahr 2012 verwertet, wobei 70 Prozent wurden der stofflichen Verwertung (Recycling) zugeführt und die restlichen 9 Prozent in die energetische Verwertung gingen.

Nach Ansicht der UBA-Präsidentin Maria Krautzberger sei zwar erfreulich, dass die Deutschen beim Recycling EU-weit zu den Spitzenreitern gehören. „Es reicht aber nicht aus, möglichst viele Wertstoffe zu sammeln und hochwertig zu recyceln. Besser ist, Abfälle gar nicht entstehen zu lassen. Geräte sollten so konstruiert sein, dass sie lange halten oder zumindest einfach zu reparieren sind“, betonte Maria Krautzberger bei der Vorstellung der „Daten“. Die EU könne über die Ökodesign-Richtlinie etwa für alle Haushaltsgeräte eine gesetzliche Mindestlebensdauer vorschreiben.

Die UBA-Präsidentin rief darüber hinaus dazu auf, die überhöhten Stickstoffeinträge bei der laufenden Novellierung der Düngeverordnung konsequent anzugehen: „Der Stickstoffüberschuss aus der Landwirtschaft ist ein Umweltproblem großen Ausmaßes. Die neue Düngeverordnung sollte vorschreiben, dass Gülle effizienter eingesetzt und schneller in den Boden eingearbeitet wird. Wichtig sind auch größere Abstände zwischen Gewässern und landwirtschaftlich genutzten Flächen, damit weniger Nährstoffe vom Feld in Flüsse und Seen gelangen.“

Die „Daten zur Umwelt 2015. Umwelttrends in Deutschland“ stehen unter umweltbundesamt.de zum Download bereit.

Quelle: Umweltbundesamt