Vollautomatisches Wiegen: Beschleunigte Auftragsabwicklung durch rona:mobile

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Einfach aus der Fahrerkabine zu bedienen: rona:mobile auf dem Android-Tablet. (Foto: PKM Muldenzentrale)

Götzis, Österreich — Die PKM-Muldenzentrale GmbH Wien hat einen vollautomatischen Wiegevorgang eingeführt. Dadurch vermeidet das Unternehmen nicht nur die Zettelwirtschaft in den Führerhäusern und die Staus vor dem Betriebsgelände, sondern sorgt auch für transparente Abrechnungsprozesse und eine intelligente Fuhrparksteuerung.

Die PKM-MZ betreibt seit 1986 eine eigene Sammel-, Sortier- und Recyclinganlage. Kerngeschäft ist heute die Entsorgung von Baustellenabfällen wie Aushub, Bauschutt, Holz und gemischten Abfällen in Mulden und Containern. Neben der Sondermüllverwertung werden die getrennten Müllsorten, wie etwa Holz, Glas oder Metall, an Recyclingunternehmen weiter vertrieben. Mit 1.800 Kunden gehört der mittelständische Betrieb heute zu den führenden Baustellenentsorgern im Großraum Wien.

Seit 1997 mit ERP-System der rona:systems

Um diese komplexen Aufgaben zu bewältigen, setzt das Unternehmen bereits seit 1997 das branchenorientierte ERP-System der rona:systems gmbh aus dem österreichischen Götzis ein. „Mit rona:contec verknüpfen wir unsere Fuhrparkdaten mit unserer Warenwirtschaft und Logistik, so dass wir den Deckungsbeitrag jedes Auftrags auf Knopfdruck ermitteln können“, beschreibt Günter Mayer, Geschäftsführer der PKM-MZ, das Steuerungssystem.

Das exponentielle Wachstum an zunehmendem Bauaufkommen, wachsenden Kundenzahlen und daraus resultierenden Berichts- und Meldevorschriften war im Laufe der Jahre zwar verwaltungstechnisch spürbar, aber dank des Vorarlberger ERP-Systems leicht zu meistern. Die Anwendung lief hinsichtlich der Auftragsbearbeitung, Fahrerdisposition via SMS und Liefer- bzw. Rechnungserstellung stets einwandfrei. Probleme entstanden jedoch auf dem Betriebsgelände der PKM-MZ: „Bei etwa 600 Anlieferungen pro Tag reichten die LKW-Schlangen vor unserer Einfahrt in dieser Zeit manchmal mehrere hundert Meter weit in die Straße hinaus“, erinnert sich Günter Mayer. Der Grund: Die steigende Zahl der an- und abfahrenden Mulden- bzw. Containertransporter konnte dem Aufkommen entsprechend nicht schnell genug bearbeitet werden.

Abhilfe duch rona:mobile

Abhilfe schaffte ein Mitte 2012 umgehend entwickeltes Verkehrskonzept, das vorsah, den gesamten eigenen Liefer-, Wiege- und Abrechnungsprozess auf dem Gelände zu beschleunigen: vom Einfahren, Identifizieren und Zuordnen des Fahrzeugs über das erste Wiegen, dem Abkippen und das zweite Wiegen bis hin zur Reinigung und Ausfahrt des Transporters und der Übertragung der Daten in das ERP-System. „Als eigentliche Zeiträuber haben wir recht schnell die manuell betriebene Waage und die Papierlieferscheine identifiziert“, so Günter Mayer.

Schnell stand fest, dass eine zweite Einfahrt mit einer neuen Waage zur Unterstützung des vollautomatischen Wiegevorgangs in Betrieb genommen werden muss. Die wichtigste Vorgabe dabei war, einen so weit wie möglich automatisierten Prozess zu schaffen, der die Durchlaufzeit der Mulden- und Containertransporter erheblich verkürzt. Noch im September 2012 fanden Günter Mayer und rona:systems- Geschäftsführer Rainer Marte eine tragfähige Lösung: „Mit ihrem jüngsten Modul rona:mobile hatten die rona-Leute bereits ein Instrument im Köcher, das optimal unsere Anforderungen erfüllte“, so der PKM-MZ Geschäftsführer.

De Neuerungen im einzelnen

  • Sämtliche Transporter werden mit einer festinstallierten Blackbox ausgestattet, die eine exakte GPS-Ortung bis auf 20 Meter erlaubt. Sie dient ebenso zur automatischen Identifikation der Fahrzeuge beim Einfahren bzw. Wiegen durch Sensoren.
  • Die Bedienung der Abläufe, wie zum Beispiel der Lieferscheinbearbeitung durch elektronische Unterschrift, erfolgt nicht über festmontierte Bedieneinheiten in der Fahrerkabine, sondern über mobile Android- Tablets.
  • Sämtliche Vorgänge rund um die An- und Abfahrt, die Identifikation und das Wiegen laufen soweit wie möglich automatisiert ab, bzw. werden vom Fahrerhaus aus direkt gesteuert, so dass der Transporter nicht verlassen werden muss.
  • Analog zur gewünschten Reibungslosigkeit des Wiege- und Abladeprozesses erfolgt die Übertragung sämtlicher Daten – also Kunden- und Auftragsnummern, Gewichts- bzw. Volumenangaben usw. – ohne Medienbruch direkt in das ERP-System.
  • Ebenso profitierte der Wiener Entsorgungsfachbetrieb davon, dass, statt wie bisher die Disposition über Kurznachrichten via SMS an die Fahrer zu verteilen, die Fahrzeuglenker ihren Einsatzplan nun direkt auf das Tablet erhalten, das darüber hinaus auch zur komfortablen Navigation dient.

Das System läuft uneingeschränkt stabil

Trotz anfänglicher Skepsis begann, als auch die Sensoren für die neu errichtete Waage eingestellt und die Probeläufe erfolgreich abgeschlossen waren, am 1. März 2013 der Produktivbetrieb der vollautomatischen Brückenwaage.

Seither läuft das System uneingeschränkt stabil. Wie gewohnt buchen die Disponenten die Aufträge auf die Fahrzeuge. Nur wenige Sekunden später erscheinen die Aufgaben für den Fahrer auf seinem Tablet im Cockpit. Mit einem Fingertip auf den Auftrag werden diese aktiviert, was dann ebenso live in der Disposition ersichtlich ist. Der Fahrer kann beim Kunden die Mengen eintragen, den Lieferschein elektronisch vorzeigen und direkt auf dem Tablet unterschreiben lassen. Der unterschriebene Lieferschein wird sofort von der zentralen Server-Software an den Kunden per Mail versendet. Auch ohne Unterschrift ist der Lieferschein mit einem Geokoordinaten- und Zeitstempel versehen, der die Anlieferung, Abholung oder den Tausch der Mulden und Container dokumentiert.

Wieder zurück in der Firma fährt der Mitarbeiter auf die automatische Waage und drückt den Knopf „Wiegung ausführen“. Durch die mannlose Fahrzeug-Brückenwaage, die der Fahrer aus der Führerkabine direkt bedient, wird der Auftrag verwogen. Ein Foto der Anlieferung wird erstellt und archiviert, und im Anschluss öffnet sich die Schrankenschleuse. Der Fahrer kann abladen. Bei der Rückverwiegung, die wiederum durch den Fahrer ausgelöst wird, schließt sich der Kreis: Der Auftrag ist erledigt und die Rechnung wird vollautomatisch erstellt.

Pro Monat circa 1.000 Stunden eingespart

Das Resümee von Günter Mayer fällt durchweg positiv aus: „Die Investition hat sich gelohnt. Seitdem wir mit rona:mobile arbeiten, gehören Staus vor unserer Einfahrt der Vergangenheit an. Die Bearbeitung der Aufträge sowie die Verwiegung und Abladung verlaufen viel komfortabler und schneller als früher. Auf diese Weise sparen wir heute pro Monat circa 1.000 Stunden bei unserem gesamten Fuhrpark ein – Zeit, die wir wiederum für unser weiteres Wachstum produktiv nutzen.“

Quelle: rona:systems gmbh