Abfallbilanz Ba-Wü: Aufkommen und Gebühren weiterhin auf niedrigem Niveau

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Quelle: Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg

Stuttgart — Umweltminister Franz Untersteller hat gestern in Stuttgart die Abfallbilanz Baden-Württemberg für das Jahr 2014 vorgestellt. Dabnach wurden im letzten Jahr über die öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträger in den Stadt- und Landkreisen 11,97 Millionen Tonnen kommunaler Abfall aus den Haushalten, der Bauwirtschaft und haushaltsähnliche Abfälle aus der Industrie entsorgt. Das waren rund 116.000 Tonnen oder knapp ein Prozent mehr als im Jahr 2013 mit 11,85 Millionen Tonnen. Den mit 54 Prozent größten Anteil am kommunalen Abfallaufkommen nehmen dabei die Baumassen-Abfälle ein, bestehend aus Bodenaushub (5,45 Millionen Tonnen), Bauschutt (840.000 Tonnen) und Straßenaufbruch (220.000 Tonnen).

Wegen der Bevölkerungszunahme im Land um knapp 75.000 Einwohner ist das Gesamtaufkommen an häuslichen Abfällen, also die Summe aus Haus- und Sperrmüll einschließlich Geschäftsmüll aus öffentlicher Sammlung, getrennt erfassten Wertstoffen aus Haushalten sowie Abfällen aus der Biotonne, gegenüber dem Vorjahr um 0,3 Prozent auf nunmehr 3,80 Millionen Tonnen leicht angestiegen. „Das Pro-Kopf-Aufkommen hat jedoch um ein Kilogramm je Einwohner und Jahr auf nun 356 Kilogramm weiter abgenommen“, erklärte Umweltminister Untersteller. „Das durchschnittliche Haus- und Sperrmüllaufkommen ist dabei sogar im sechsten Jahr nacheinander auf einen Rekordwert von jetzt nur noch 143 Kilogramm pro Einwohner und Jahr gesunken.“

Regional sehr unterschiedliche Rahmenbedingungen

Im Hinblick auf die großen Differenzen in den einzelnen Stadt- und Landkreisen betonte Umweltminister Untersteller die regional sehr unterschiedlichen Rahmenbedingungen, die einen direkten Vergleich nur schwer ermöglichten. So fallen in der Regel in ländlichen Gebieten weniger Restabfälle an als in der Stadt. Und je nachdem, wie in den einzelnen Kreisen die gewerblichen Abfälle entsorgt werden, enthält die Statistik im Bereich Haus- und Sperrmüllaufkommen auch unterschiedliche Mengen an Geschäftsmüll. „Erfreulicherweise ist festzuhalten, dass über die Hälfte der 44 Stadt- und Landkreise ihr Pro-Kopf-Aufkommen reduzieren konnten“, sagte Franz Untersteller. Den größten Rückgang erreichte die Stadt Pforzheim mit einem Minus von 10 Kilogramm pro Einwohner und Jahr (kg/Ea), die größte Zunahme war im Rems-Murr-Kreis mit rund 6 kg/Ea zu verzeichnen.

Anteil getrennt erfasster Abfallfraktionen an häuslichen Abfällen 2014 (Quelle: Umweltministeriuum Ba-Wü)
Anteil getrennt erfasster Abfallfraktionen an häuslichen Abfällen 2014 (Quelle: Umweltministeriuum Ba-Wü)

Mehr Leistung bei vorbildlich niedrigen Gebühren

Im Jahr 2015 (alle anderen Daten beziehen sich auf das Jahr 2014) beträgt die durchschnittliche Jahresabfallgebühr für einen Vier-Personen-Haushalt 150,07 Euro. „Damit bleiben die Gebühren auf niedrigem Niveau und sind auch im bundesweiten Vergleich weiterhin sehr günstig“, betonte der Umweltminister. Besonders bemerkenswert sei dies vor allem in Anbetracht der tariflichen Lohnerhöhungen von insgesamt 5,4 Prozent in den Jahren 2014 und 2015 für die Beschäftigten in den kommunalen Abfallwirtschaftsbetrieben, der zum Teil gesunkenen Erlöse für Wertstoffe wie Altpapier oder des erweiterten Leistungsangebotes für die Haushalte. Hierzu gehörten zum Beispiel die häufigere Abfuhr der Biotonne, die Reinigung von Abfalltonnen oder der Aus- und Neubau sowie verlängerte Öffnungszeiten von Wertstoffhöfen. „Mehr Leistung bei bundesweit vorbildlich niedrigen Gebühren belegt einmal mehr die Spitzenstellung der baden-württembergischen Abfallwirtschaft“, sagte Franz Untersteller.

Mit Ziel einer echten Kreislaufwirtschaft

Der Minister für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft betonte, dass die im Land anfallenden Abfälle viele Wertstoffe enthalten, die zurückgewonnen werden müssen: „Ob im Biomüll, in ausgedienten Elektrogeräten, im Bauschutt oder im Klärschlamm. Überall stecken wertvolle Materialien und Stoffe, auf die unser rohstoffarmes Land angewiesen ist. Wir werden daher auch weiterhin viel Arbeit in unser Ziel einer echten Kreislaufwirtschaft investieren. Damit erhalten wir die Wettbewerbsfähigkeit der baden-württembergischen Wirtschaft und eröffnen zugleich neue Möglichkeiten für wirtschaftliches Wachstum.“

Quelle: Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg