+ 0,6 Prozent: Stabile Halbjahresbilanz für die deutsche Behälterglasindustrie

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Verpackungsglas (Foto: Aktionsforum Glasverpackung)

Düsseldorf — Der Absatz in Tonnen Behälterglas ist in der ersten Jahreshälfte 2015 um 0,6 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum gewachsen und zeigte sich dementsprechend stabil. Die Entwicklung im In- und Ausland verlief dabei sehr unterschiedlich, während der Absatz im Inland um minus 3,0 Prozent abnahm, steigerte er sich im Ausland um 9,9 Prozent. Ein ähnliches Bild zeigt sich im Getränkesegment. Dieses hat im ersten Halbjahr 2015 einen Zuwachs von 0,6 Prozent verzeichnet. Der Absatz von Getränkeflaschen im Inland nahm um minus 3,5 Prozent ab, während der Auslandsabsatz um 13,0 Prozent wuchs.

Wachsender Trend zu Mineralwasser-Glasflaschen

Beim Blick auf die Teilsegmente zeigt sich ein deutliches Wachstum beim Absatz von Wasser/Limo um 17,9 Prozent. Ein Grund hierfür dürfte der weiterhin wachsende Trend zu Glasflaschen im Mineralwasserbereich sein. Etliche Mineralbrunnen haben die Glasflasche wieder entdeckt und neue Gebinde eingeführt. Und auch die Verbraucher sind treue Mineralwasser-Konsumenten: Laut dem Verband Deutscher Mineralbrunnen e. V. konsumierte im Jahr 2014 jeder Bundesbürger 143,6 Liter Mineral- und Heilwasser und damit 3,6 Liter mehr als im Vorjahr, in dem der Konsum auch bereits gestiegen war. Auch der Absatz im Segment Saft stieg und zwar um 4,1 Prozent. Trotz sinkender Zahlen des Pro-Kopf-Konsums bei Bier und Spirituosen, stieg der Absatz in Tonnen im Segment Bier um 2,3 Prozent und im Segment Spirituosen um 1,6 Prozent. Leicht abnehmend sind hingegen die Segmente Milch (minus 6,0 Prozent), Wein (minus 0,4 Prozent) und Schaumwein (minus 8,6 Prozent).

Absatz von Verpackungsglas für Lebensmittel steigt

Der Bereich Verpackungsglas für Lebensmittel hat im ersten Halbjahr 2015 mit einem Plus von 2,0 Prozent abgeschlossen. Auch hier ist das Bild geteilt: Der Inlandsabsatz zeigte sich mit minus 1,0 Prozent leicht negativ, während der Auslandsabsatz mit 11,0 Prozent positiv ausfiel.

Absatz für übriges Verpackungsglas rückläufig

Negativ entwickelte sich der Absatz in Tonnen für Verpackungsglas für Pharmazie, Kosmetik und chemisch-technische Zwecke sowie Verpackungsglas für die Getränkeindustrie mit 150 ml oder weniger Inhalt: Das Minus betrug in der ersten Jahreshälfte 3,1 Prozent. Sowohl der Absatz im Inland (minus 5,6 Prozent) als auch im Ausland (minus 1,5 Prozent) waren in diesem Segment rückläufig. Grund hierfür ist nach wie vor die schwierige wirtschaftliche Lage in Russland, der Ukraine sowie der Märkte im südlichen Euroraum. Dennoch sind die Verpackungsglas-Märkte insgesamt weiterhin beständig.

Nachfrage nach wie vor stabil

„Die Nachfrage nach Glasverpackungen ist nach wie vor stabil. Es ist erfreulich, dass sie in so vielen Bereichen gefragt sind. Das deutliche Wachstum in den Segmenten Wasser/Limo und Saft spiegelt den Wunsch der Verbraucher nach Nachhaltigkeit wieder, den Behälterglas bedient: Es wird fast ausschließlich aus natürlichen, heimischen Rohstoffen hergestellt und es ist zu 100 Prozent recyclingfähig. Und viele Verbraucher schätzen an Glas, dass es praktisch inert ist, also keine Wechselwirkungen mit dem Inhalt eingeht. Deshalb bin ich zuversichtlich, dass der Markt für Glasverpackungen auch in der zweiten Jahreshälfte sein Wachstum fortsetzen wird“, kommentiert Dr. Johann Overath, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes Glasindustrie e. V., die Halbjahresbilanz.

Quelle: Aktionsforum Glasverpackung