Sondermüll für den Wohnungsbau: Reporterteam enttarnt „Woolit“

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Ziegel (Foto: ©RainerSturm /http://www.pixelio.de)

München — Ein Reporter-Team der ARD-Sendung „Exclusiv“ hat einen Umweltskandal aufgedeckt. Es geht um gefährliche Abfallstoffe – krebserzeugende künstliche Mineralfasern und schwermetallhaltige Abfälle aus der Glasindustrie-, die in Baumaterialien verarbeitet wurden. Für die Journalisten Jaqueline Paus und Kamil Taylan, die den Fall untersuchten, erinnert das Ganze an den Asbestskandal.

In jahrelanger Kleinarbeit deckten die Autoren ein Geflecht aus Lügen, Täuschung und Betrug auf. Begonnen hat die Recherche mit der mittelhessischen Recyclingfirma Woolrec, die behauptete, aus Sondermüll saubere Baustoffe herstellen zu können. Ein Universitätsprofessor stellte möglicherweise falsche Gutachten aus, die das Produkt verharmlosten; die Staatsanwaltschaft ermittelt. Nach Ansicht von Paus und Taylan verarbeiteten „offenbar skrupellose Unternehmer“ den belasteten Müll, um Geld zu machen. Und schließlich lobte und förderte das damalige BMU in Gestalt von Bundesumweltminister Sigmar Gabriel diesen „einzigartigen“ Betrieb.

Die gefährlichen Baustoffe, die unter der Marke Woolit in den Handel gelangten, haben möglicherweise schon viele Menschen krank gemacht. Noch weiß kein Mensch, wo sie überall verarbeitet wurden. In Büros, Schulen, Krankenhäusern, Wohnhäusern? Die Reporter trafen Menschen, die fürchten, dass ihre Häuser bald nichts mehr wert sind, weil sie mit Sondermüll gebaut wurden, und sie konfrontierten die Verantwortlichen mit diesem Skandal.

Quelle: BR | DasErste.de