Wie kleine Kapseln große Probleme bereiten

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Siebträger einer Espressomaschine von Tchibo Coffeeservice (Foto: tchibo-coffeeservice.de)

Bei Kaffeemaschinen geht der Trend weiterhin zu Kapselsystemen. Wohl jeder kennt die Nespresso-Werbung mit George Clooney. Über das Thema Entsorgung macht sich der Hollywoodstar sicher keine Gedanken. Schließlich scheint so ein federleichtes Kaffeedöschen kaum ins Gewicht zu fallen.

Doch allein in Deutschland entstehen bei einem geschätzten Jahresverbrauch von 2 Milliarden Kaffeekapseln rund 4.000 Tonnen Verpackungsmüll. Die etwa 2 Gramm „schweren“ Portionsverpackungen bestehen meist aus Aluminium. Die Produktion dieses Leichtmetalls belastet die Umwelt und benötigt extrem viel Energie.

Günter Dehoust vom Freiburger Öko-Institut beklagte im Interview mit der „Welt“ die geringen Recyclingquoten bei Kaffeekapseln. Zudem verwenden manche Hersteller Verbundmaterialien, die kaum wiederverwertet werden. Tchibo hat das Problem erkannt und entwickelt reine Kunststoff-Kapseln, während Nespresso in der Schweiz ein Rückholsystem anbietet. Doch bekanntlich ist der beste Müll jener, der gar nicht erst anfällt. Vor diesem Hintergrund können sich Firmenchefs und Büroleiter/innen beim Kauf einer neuen Kaffeemaschine für große Mengen bewusst für einen Kaffeevollautomaten mit Mahlwerk oder die klassische Siebträgermaschine entscheiden.

Quelle/Autor: Nils Fischer