Nur 26 Tonnen Restmüll: ORF zieht positive Ökobilanz für den 60. ESC in Wien

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Quelle: Österreichischer Rundfunk (ORF)

Wien, Österreich — Am 23. Mai 2015 fand in Wien der vom ORF veranstaltete „Eurovision Song Contest“ statt. Zum ersten Mal in der 60-jährigen ESC-Geschichte war der größte TV-Unterhaltungsevent der Welt als Green Event organisiert und nach Umweltzeichen- und ÖkoEvent-Kriterien zertifiziert. Zwei Monate danach veröffentlicht der ORF den Nachhaltigkeitsbericht zum Green Event, der ab sofort auf kundendienst.ORF.at zum Abruf bereitsteht.

Der Nachhaltigkeitsbericht umfasst neben der Dokumentation der gesetzten Maßnahmen zum Green Event auch Empfehlungen für zukünftige Events. Zur Umweltschonung trugen Maßnahmen wie Energieeffizienz, Abfallvermeidung, Vermeidung von Lebensmittelabfällen, Reduzierung von Transportwegen durch Regionalität, Mehrweg etc. bei. Der Song Contest wurde sowohl nach Österreichischem Umweltzeichen als auch nach ÖkoEvent Kriterien der Stadt Wien zertifiziert.

Zum Dammbrecher für Green Events geworden

„Der ESC ist zu einem echten Dammbrecher geworden. Seit der ESC als Green Event umgesetzt wurde, haben sich die Anfragen zu Green Events beim BMLFUW vervielfacht“, so Andrä Rupprechter, Umweltminister und Partner des ESC. „Als Umweltministerium ist uns vor allem wichtig, dass sich aus diesem Leitprojekt viele weitere Initiativen ergeben, die zum Green-Event-Gedanken beitragen“, so Rupprechter weiter.

Schon die Wahl der Austragungsstätte war für die Ökobilanz des ESC zentral: Durch die gute Erreichbarkeit mit öffentlichen Verkehrsmitteln kamen 85 Prozent der Gäste mit dem öffentlichen Verkehr. Die Wiener Öffis leisteten einen entscheidenden Beitrag zum ÖkoEvent, denn die Eintrittskarten für die Shows in der Stadthalle waren zugleich Ticket für die Wiener Linien.

Nur 74 Gramm Abfall pro Besucher/in

Obwohl insgesamt 3.500 Tonnen Material eingesetzt wurden, landeten nur 26 Tonnen davon im Restmüll, knapp 96 Tonnen Wertstoffe wurden getrennt gesammelt und dem Recycling zugeführt. „Die vergleichsweise niedrige durchschnittliche Restmüllmenge von 0,074 kg (74 g) pro Besucher/in zeigt, dass unsere Maßnahmen zur Vermeidung, Wiederverwendung und zur getrennten Sammlung von Wertstoffen erfolgreich waren“, freut sich Werner Knausz, Vorstand der Altstoff Recycling Austria AG (ARA), die beim ESC als Nachhaltigkeitspartner für die Abfallwirtschaftsmaßnahmen verantwortlich war. „Aufgrund der getrennten Sammlung und Verwertung von Altstoffen und Abfällen wurden 203 Tonnen CO2-Äquivalente an Emissionen eingespart“, so Knausz weiter.

Als Getränk wurde Wiener Wasser in Mehrwegbechern angeboten und auch kräftig konsumiert. Allein das im Bereich der Akkreditierten ausgeschenkte Wiener Wasser sparte den Einsatz von mindestens 30.000 Einweg-Wasserflaschen. Wiens Umweltstadträtin Ulli Sima freut sich, „dass mit dem bewährten Mehrwegbechersystem der Stadt Wien 500.000 Einwegbecher eingespart wurden, das entspricht einem Becherturm von 78 km Höhe“.

In Summe wurden beim ESC in der Wiener Stadthalle knapp 862 MWh an elektrischer Energie verbraucht. Dies ist deutlich weniger, als für einen Event dieser Größenordnung zu erwarten war. Die Einsparungen konnten quer durch alle Bereiche lukriert werden, einen besonders hohen Anteil hatte das Licht, das einerseits trotz fulminanter Lichtshow sparsam eingesetzt wurde und andererseits durch den Einsatz von LED-Lampen technologisch auf dem letzten Stand war. Durch das vorhandene Stromnetz konnte der Event mit Strom aus erneuerbaren Quellen versorgt und auf permanent laufende Dieselaggregate verzichtet werden und so mehr als 440.000 Liter Diesel eingespart werden.

Sehr positives öffentliches Feedback

Bei den Shows wurden von einem Volunteers-Team insgesamt 467 Personen zum Green Event aus 45 Ländern befragt, ca. die Hälfte stammte aus Österreich. Generell war das Feedback zum Song Contest und zur Green-Event- und ÖkoEvent-Umsetzung sehr positiv, 97 Prozent betrachteten Green Event und ÖkoEvent als eine hervorragende Idee und 90 Prozent Prozent meinten, dass sich die Green-Event-Maßnahmen positiv auf die Qualität der Veranstaltung auswirken. Dabei sind vor allem das Abfalltrenn- und -sammelsystem (83 Prozent), die Mehrwegbecher (81 Prozent) und die Eintrittskarten, die zugleich Gratis-Öffi-Tickets darstellen (80 Prozent), aufgefallen.

Quelle: ORF