Kaffeekapseln: Missverhältnis zwischen Verpackungsmaterial und Inhalt

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Kaffeekapseln (Foto: ©sillilein74 /http://www.pixelio.de)

Hamburg — Lidl bietet unter der Marke „Bellarom” verschiedene Sorten Kaffeekapseln für Nespresso Maschinen in überdimensionierten Pappschachteln an. Diese haben von außen betrachtet volumenmäßig ungefähr die gleiche Größe wie eine normale 500-Gramm-Verpackung mit Kaffeepulver. Tatsächlich verlieren sich in dieser Luftpackung aber nur 10 Prozent der sonst üblichen Menge: Die 10 Kapseln enthalten nur 52 Gramm Kaffee.

Hier liegt für die Verbraucherzentrale Hamburg e.V. ein eklatantes Missverhältnis zwischen Verpackungsmaterial und Inhalt vor: Für die 52 Gramm Kaffee wird knapp 60 Gramm Verpackungsmaterial verwendet; davon sind 21 Gramm Plastikkapseln mit Deckeln aus Aluminiumfolie. Zum Vergleich: Für 500 Gramm Kaffee in der üblichen Vakuumpackung fallen rund 20 Gramm Verpackungsmüll an. Damit produzieren die Kapseln knapp 30 mal mehr Abfall.

Ähnlich schlecht schneidet nach Ansicht der Verbraucherzentrale das Markenprodukt von „Senseo“ der niederländischen Firma D. E Mater Blenders 1753 ab. Die 10 „Capsules“ enthalten auch nur 52 Gramm Röstkaffee, die in 62 Gramm Verpackungsmaterial stecken.

Insgesamt ergeben die über 2 Milliarden Kapseln, die pro Jahr in Deutschland insgesamt von allen Anbietern verkauft werden, mehr als 4.000 Tonnen Plastik- und Aluminiummüll. Das entspricht einem Gewicht von 100 LKWs – allein an Kaffeekapseln.

Quelle: Verbraucherzentrale Hamburg e.V.