Zementindustrie greift zunehmend auf alternative Brenn- und Einsatzstoffe zurück

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Zementwerk (Foto: ©Marc-Tollas /http://www.pixelio.de)

Düsseldorf, Berlin — Die deutsche Zementindustrie setzt zunehmend auf die Substitution von Primärbrennstoffen. Dabei werden fossile Brennstoffe, vor allem Braun- und Steinkohle, zunehmend durch alternative Brennstoffe wie Altreifen, Altöl, Tiermehl oder Kunststoffabfälle ersetzt. Aufgrund ihrer von der Kohle abweichenden Zusammensetzung tragen diese signifikant zur Minderung klimarelevanter CO2 -Emissionen bei, meldet der Verein Deutscher Zementwerke in seinem Jahresbericht „Zementindustrie im Überblick 2015“.

Während der Verbrauch fossiler Brennstoffe von 2011 bis 2014 von 36,7 auf 33,9 Millionen Gigajoule sank, stieg der Einsatz alternativer Brennstoffe von 57,7 auf 58,6 Millionen Gigajoule. Im Jahr 2014 wurden branchenweit bereits 63,4 Prozent der Brennstoffenergie durch alternative Brennstoffe gedeckt – das ist mehr als eine Verdopplung im Vergleich zum Jahr 2000.

Außerdem werden durch die Verwendung weiterer, zum Teil alternativer Einsatzstoffe bei der Zementmahlung nicht nur natürliche Rohstoffe geschont, sondern vor allem der Klinkergehalt im Zement reduziert und dadurch der Brennstoffverbrauch und die CO2 -Emissionen verringert. In erster Linie kommen in Deutschland neben Klinker als Hauptbestandteile im Zement Hüttensand und Kalkstein sowie in geringerem Maße Flugasche, natürliche Puzzolane oder gebrannter Ölschiefer zum Einsatz.

Darüber hinaus konnte der spezifische Brennstoffenergiebedarf bei der Herstellung von Zement in der Vergangenheit durch verschiedene verfahrenstechnische Verbesserungen erheblich gesenkt werden. Im Durchschnitt der deutschen Zementwerke beträgt der Energiebedarf heute rund 2.900 kJ je kg Zement. Mitte der 1950er Jahre lag dieser Wert noch doppelt so hoch. In diesem Zusammenhang kommt dem Klinkerzementfaktor besondere Bedeutung zu.

Der VDZ-Jahresbericht „Zementindustrie im Überblick 2015“ kann unter vdz-online.de heruntergeladen werden.

Quelle: Verein Deutscher Zementwerke e. V.