VDM: Bei abgekühltem Geschäftsklima kein Hochsommer im Metallhandel

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Quelle: Verband Deutscher Metallhändler (VDM)

Berlin — Nach einer Belebung zu Beginn des zweiten Quartals hat sich das Geschäftsklima im deutschen Metallhandel Anfang Juli wieder abgekühlt. Der VDM Geschäftsklimaindex ist gefallen und liegt aktuell nur knapp über seinem Januarwert. Das ist das Ergebnis der aktuellen VDM Geschäftsklimaumfrage.

Der VDM Geschäftsklimaindex setzt sich aus zwei Teilindizes zusammen, der Geschäftslage der Unternehmen und deren Erwartungen. Beide Teilindizes sind ausschlaggebend für die aktuelle Verschlechterung des Geschäftsklimas. Die Unternehmen bewerten sowohl ihre Lage als auch ihre Perspektiven schlechter als noch vor drei Monaten.

Entgegen aktueller Frühindikatoren

Das Ergebnis überrascht. Immerhin hat sich der Aufschwung der deutschen Wirtschaft in der ersten Jahreshälfte fortgesetzt; dies deuten zumindest die aktuellen Frühindikatoren an. Diese Entwicklung sollte die Nachfrage nach Metallen fördern. Ausschlaggebend für die weniger positive Beurteilung der Geschäftslage im Metallhandel könnte sein, dass sich die deutsche Wirtschaft im Verlauf des zweiten Quartals dennoch abgekühlt hat und gegenwärtig weniger dynamisch expandiert.

Möglich ist aber auch, dass der gegenwärtige Aufschwung der deutschen Wirtschaft vor allem konsumgütergetrieben ist. Die Investitionsgüterproduktion festigt sich hingegen erst langsam. So wartet der deutsche Maschinenbau weiter auf den Durchbruch. Zieht die Produktion von Investitionsgütern erst stärker an, so führt dies auch sehr schnell zu einem Anstieg der Nachfrage nach dem Rohstoff Metall. Auch der Rückgang der Erwartungen könnte im Zusammenhang mit dem konsumgetriebenen Konjunkturbild stehen. Er könnte zudem saisonbedingt sein und vor dem Hintergrund der anstehenden Sommerferien stehen.

Abkühlung der Branchenkonjunktur erwartet

Nur noch 7 Prozent der vom VDM befragten Unternehmen melden eine Verbesserung ihrer Geschäftslage. Mit aktuell 31 Prozent ist auch der Anteil derjenigen, die eine Verschlechterung der wirtschaftlichen Situation feststellen, um 21 Prozentpunkte gegenüber dem Vorquartal gestiegen. 62 Prozent der Befragten schätzen die Geschäftslage als unverändert gegenüber dem letzten Berichtszeitraum ein.

Auch der Blick in die nahe Zukunft ist negativer als noch vor drei Monaten. So erwarten 34 Prozent der Unternehmen eine Abkühlung der Branchenkonjunktur. Nur noch 10 Prozent kalkulieren mit einer konjunkturellen Belebung. 56 Prozent der Befragten erwarten weder ein Auf noch ein Ab der konjunkturellen Antriebskräfte.

Metallpreise unterschiedlich kalkuliert

31 Prozent der befragten Händler planen im Verlauf des 3. Quartals ihren Lagerbestand zu reduzieren. Nur 13 Prozent wollen ihre Bestände in diesem Zeitraum aufstocken. Mehr als die Hälfte der befragten Unternehmen beabsichtigt das Lagervolumen stabil zu halten.

41 Prozent der befragten Metallhändler kalkuliert mit steigenden Metallpreisen in den kommenden drei Monaten. Immerhin 37 Prozent rechnet hingegen mit fallenden Notierungen, aber nur noch 22 Prozent weiterhin mit stabilen Metallpreisen (Abbildung rechte Seite oben).

Weitere Informationen zu Geschäftsklimaindex und -umfrage sind unter metallhandel-online.com
erhältlich.

Quelle: Verband Deutscher Metallhändler e.V.
Ansprechpartner: VDM Hauptgeschäftsführer Ralf Schmitz