BGR entwickelt Kataster für Hochtechnologie-Rohstoffe

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Tagebau in Indien (Foto: © Burghard Mohren/http://www.pixelio.de)

Hannover — Ein neues Kataster für Hochtechnologie-Rohstoffe in sulfidischen Buntmetallerzen in Deutschland und angrenzenden EU-Regionen will die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) im Auftrag des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) entwickeln. Es werden Gesteinsproben von ehemaligen Erzbergwerken aus BGR-Sammlungen geochemisch-mineralogisch untersucht und die Inhalte an Germanium, Gallium, Indium, Antimon und Flussspat bestimmt. Zudem fließen standortbezogene Indikatoren (z. B. verbliebene Erzvorräte, Infrastruktur, Umweltrisiken) in die Entwicklung des Katasters ein.

Einheimische Buntmetallmineralisationen enthalten neben den Hauptwertmetallen Blei, Zink und Kupfer bislang nicht berücksichtigte Anreicherungen an wirtschafts-strategischen und hochtechnologierelevanten Spurenelementen (z. B. Germanium, Gallium, Indium und Antimon) und Gangarten (z. B. Flussspat).

Zur systematischen Erfassung der Rohstoffpotenziale

Die Datenbank soll eine Grundlage für die spätere Auswahl geeigneter Lagerstätten zur Rohstoffgewinnung bilden. Das dreijährige Projekt ist Bestandteil des Förderprogrammes „r4 – Innovative Technologien für Ressourceneffizienz – Wirtschaftsstrategische Rohstoffe für den Hightech-Standort Deutschland“ des BMBF.

Ziele der Forschung sind:

  • eine systematische Erfassung der Rohstoffpotenziale von Buntmetall-Mineralisationen in Deutschland und angrenzenden Regionen der EU für eine rohstoffeffiziente Nutzung aller Lagerstätteninhalte,
  • die Bewertung der erfassten Potenziale (Haupt- und Spurenelemente) und
  • die Untersuchung des Aufbereitungsverhaltens spurenmetallreicher Erztypen.

Basierend auf Untersuchungen an Sammlungsbeständen der BGR und Partnern wird ein geochemisch-mineralogisch-wirtschaftsökonomisches Kataster (GMWK) zu Potenzialen von Erzen nach genetischen Typen aufgebaut. Unter Nutzung eines zu entwickelnden Bewertungskonzeptes werden höffige Lagerstättendistrikte und Standorte identifiziert.

Für maximale Nutzung der Rohstoffe

Im Fokus von Laborversuchen zur Erarbeitung innovativer Aufbereitungs- und Gewinnungsansätze für spurenmetallreiche Erztypen steht eine maximale Nutzung der Rohstoffe (Rohstoffeffizienz). Anfallende Rückstände werden auch einbezogen.

Das GMWK und das Bewertungskonzept stärken den Wirtschaftsstandort Deutschland durch die Aushaltung einheimischer Rohstoffpotenziale und stehen über die angestrebten Transfermöglichkeiten bereit für weltweite Aktivitäten zur Rohstoffsicherung. Mittels Gewinnungstests erarbeitetes Know-how verbessert die Wettbewerbsfähigkeit aller Verbundpartner.

Das dreijährige Verbundvorhaben HTMET wird durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) im Förderprogramm „r4 – Innovative Technologien für Ressourceneffizienz – Forschung zur Bereitstellung wirtschaftsstrategischer Rohstoffe“ gefördert. Die BGR agiert als Koordinator des Verbundes, dem weiterhin das CUTEC-Institut Clausthal, die TU Clausthal, die Firma Recylex GmbH und die Montanuniversität Leoben (Österreich) angehören. Assoziierte Partner des Projektes sind die Geologischen Landesämter einiger Bundesländer, das Helmholtz-Institut Freiberg für Ressourcentechnologie sowie mehrere Explorationsfirmen (Industriebegleitkreis).

Quelle: Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe