Prowindo Branchenforum: „Ist Kreislaufwirtschaft alternativlos?“

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Fensteraustausch (Foto: Rewindo)

Bonn/Berlin — „Ist Kreislaufwirtschaft alternativlos?“ fragten sich die Teilnehmer des 5. Prowindo Branchenforums Kunststofffenster am 26. Juni 2015 in der Landesvertretung des Saarlandes in Berlin. Mehr als 30 hochkarätige Vertreter aus Industrie, Politik und Verbänden nutzten die Veranstaltung, um sich in Vorträgen, Diskussionen wie auch im persönlichen Gespräch intensiv zu den Themen Energieeffizienz, Kreislaufwirtschaft und Abfallgesetz unter dem Motto „Energie- und ressourceneffizientes Wirtschaften ganzheitlich gestalten“ auszutauschen.

Vor einigen Tagen konnten sich die Koalitionsfraktionen von CDU/CSU und SPD in Berlin auf die Eckpunkte für ein neues Wertstoffgesetz einigen, mit dessen Hilfe künftig noch mehr wertvolle Rohstoffe aus Abfällen zurückgewonnen werden können. Ein gutes Beispiel, wie erfolgreiche Kreislaufwirtschaft heute schon funktioniert, zeigen die europäischen Hersteller von Kunststofffenstersystemen, die einen geschlossenen Kreislauf für Altfensterrecycling etabliert haben. Diese Unternehmen verarbeiten jährlich rund 1,4 Millionen Tonnen PVC zu Kunststofffenstern und erwirtschaften mit 25.000 Mitarbeitern einen Umsatz von über vier Milliarden Euro.

Kunststofffensterrecycling schreibt in Deutschland seit nunmehr 20 Jahren eine Erfolgsgeschichte, Europa folgte 2002. So wurden 2014 in Europa bereits rund 200.000 Tonnen Altfenster und Profilabschnitte recycelt, die wieder zu neuen Fensterprofilen und weiteren hochwertigen Bauprodukten verarbeitet wurden. Der Anteil aus Deutschland lag bei etwa 100.000 Tonnen. Alte Kunststofffenster werden auf der Baustelle gesammelt, im Recyclingwerk in ihre Bestandteile zerlegt und das so gewonnene PVC wird per Koextrusion wieder in neue Profile eingebracht. Die Altfenster landen somit nicht in der Müllverbrennung, sondern in neuen Produkten. Damit leistet die Branche einen wichtigen Beitrag zur Energie- und Ressourceneffizienz im Sinne der Circular Economy.

Die Prowindo-Initiatoren waren sich mit den Teilnehmern einig: „Eine Alternative zur Kreislaufwirtschaft gibt es nicht. Sowohl auf nationaler als auch auf europäischer Ebene müssen die Voraussetzungen dafür geschaffen werden, damit das Recycling von Sekundärrohstoffen kompromisslos unterstützt wird und Hemmnisse für erfolgreiche und etablierte Verwertung abgebaut werden.“

Quelle: Prowindo c/o AGPU – Arbeitsgemeinschaft PVC und UMWELT e.V.